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Katalog Nr. 279*
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Schätzpreis  45.000 - 70.000 €
Realisierter Preis 125.300 €
Dies ist eine Position aus der letzten Auktion!

Martin Zoller in Augsburg, Höhe 500 mm

, circa 1600

Bedeutende, museale Monstranzuhr mit Viertelstunden- und Stundenschlag, Kalender, Weckwerk und Mondphase


Geh.: Messing und Kupfer, feuervergoldet, graviert und punziert, Bodenglocke. Ziffbl.: versilbert, polychrome Emaileinlagen in Grubenschmelztechnik, zentrale Darstellung einer Jagdzene, radiale römischen Zahlen, zentrales Datum mit arab. Zahlen, segmentförmiger Ausschnitt für polychrom emaillierte Mondphase, Mondalter, vergoldete Lunette mit arab. Minuten, zusätzlicher versilberter römischer Ziffernring für Weckzeit mit zentraler Messing-Weckerscheibe, profilierte vergoldete Messingzeiger. Werk: hexagonales Messing-Vollplatinenwerk, feuervergoldet, signiert: ''Martin Zoller Augsburg'',Schlüsselaufzug, profilierte Pfeiler mit oktagonalen Gewindemuttern, Spindelhemmung, Messingräderwerk, Kette und Schnecke für Gehwerk, feststehendes Federhaus für Viertelstundenschlagwerk, aufgelegte, mit Blatt- und Rankenwerk durchbrochen gearbeitete Zierabdeckungen, Kontrollzifferblatt für Viertelstundenschlag, durchbrochen gearbeiteter Unruhkloben mit Blatt- und Rankwerk, eiserne Radunrast. Zusätzliches Messingwerk in Rechteckform mit massiven Pfeilern und offenem Federhaus für Stundenschlagwerk im Sockel. Weiteres zusätzliches rundes Messingwerk mit profilierten Pfeilern und offenem Federhaus für Wecker auf Glocke im Dachgehäuse.

Der aus Kupfer getriebene, feuervergoldete Hexagonalsockel ist verziert mit punzierten Rocaillen und Bandelwerk. Ein profilierter Säulenschaft mit koaxialer Auslösestange vom Viertelstunden- zum Stundenschlagwerk erhebt sich in dessen Mitte und trägt das sechseckige Mittelstück. Es ist rückseitig facettverglast, gestuft und floral graviert. Darüber erhebt sich das würfelförmige zweite Gehäuse, das mit Rocaillen, Ranken, Blumen und Vögeln reich graviert und durchbrochen gearbeitet ist. Eine Madonnenfigur dient als Bekrönung, eingefasst von einer Balustrade.

Der bedeutende Augsburger Uhrmacher Martin Zoller wird u.a. von E.H. Baillie ''Watchmakers'' 1929 erwähnt und von Jürgen Abeler "Meister der Uhrmacherkunst", 2. Auflage, Wuppertal 2010, S. 619.
Abeler gibt als Lebensdaten Martin Zollers 1590 bis 1633 an. Martin Zoller hat jedoch um 1590 seine Meisterprüfung abgelegt und noch nach 1633 gelebt, ist uns doch bekannt, dass im Juli 1635 Matthäus Holl, ein Sohn des Elias Holl, bei Zoller seine Lehrzeit antrat, die bis 1638 dauerte.
Wahrscheinlich ist auch, dass Zoller 1649 dem großen Rat der Stadt Augsburg angehörte. Es sind auch Tischuhren von Martin Zoller bekannt, die um 1640 erstanden sein müssen. Über Martin Zoller ist im Augsburger Stadtarchiv folgendes notiert: "Etwa 25-Jährig machte er seine Meisterprüfung und gehörte noch 1649 dem Großen Rat der Stadt Augsburg an. Er muss also mindenstens 85 Jahre alt geworden sein."
Von Martin Zoller signierte Uhren befinden sich weltweit in beudeutenden Museen und Sammlungen.

Provenienz:
- Sammlung Dr. Bodong, Frankfurt
- Versteigerung Hans W. Lange in Berlin, Sammlung Dr. Bodong, Frankfurt a. M., Juni 1938
- Sammlung Alfred Leiter, Deutschland
- Auktionen Dr. Crott, Mannheim, Auktion 77, Los Nr. 731, 2008
- Bedeutende Privatsammlung Wisconsin, USA

"Sammlung Dr. Bodong"
Die vorliegende Monstranzuhr war viele Jahre in der Sammlung von Dr. Bodong. Nach seinem Tod wurde sie am 14. und 15. Juni 1938 bei Hans W. Lange in Berlin als Los Nr. 552 versteigert und war bis 1972 in einer Bank deponiert. Der damalige Schätzpreis betrug 2500 Reichsmark.

Die Geschichte der Monstranzuhr
Monstranz-Uhren wurden meist von hochgestellten Geistlichen in Auftrag gegeben und waren daher immer Unikate mit entsprechend hohem Wert. Selten wurden sie auch als Meisterstücke hergestellt. Zunächst musste ein Riss, d.h. eine technische Konstruktionszeichnung angefertigt werden. Weitere Forderungen der Zunft waren Stunde- und Viertelstundenschlagwerk, sowie Weckeinrichtung, Gehwerk mit Spindelhemmung und vielfältige Anzeige von Indikationen.
Meisterschüler besaßen meist kein Geld und mussten sich für ein Meisterstück oftmals hoch verschulden, zumal zur Herstellung eines Unikates auch die Anfertigung der entsprechenden speziellen Werkzeuge hinzukam. In dieser Situation waren finanzkräftige Auftraggeber hoch willkommen, denn eine solche Uhr kostet den Gegenwert von etwa vier Jahresgehälter eines hochgestellten Beamten der damaligen Zeit.
#47258
Geh.: sehr gut, kleine Restaurierungen
Ziff.: sehr gut, kleine Restaurierungen
Werk: sehr gut, Restaurierungen, gangfähig, Reinigung empfohlen

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