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Katalog Nr. 256*
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Schätzpreis  100.000 - 200.000 €
Realisierter Preis 115.200 €
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William Clay Fecit, 29 mm, 29 g

, circa 1630

Bedeutende, einzeigrige Miniatur-Goldemail-Spindeltaschenuhr mit Blütendekor aus Blois, vermutlich nach den Vorlagen des "Florilegiums" von Emanuel Sweerts im späteren aus dem 18. Jahrhundert stammenden Shagreen Übergehäuse


Geh.: 22Kt Gold, opak weißes und polychrom transluzides Email. Ziffbl.: Gold und weißes Email mit polychromen Blüten im Zentrum. Werk: Vollplatinenwerk, Darmsaite/Schnecke, obenliegendes gebläutes Gesperr für Federspannung, Spindelhemmung, zweiarmige Stahlunruh ohne Unruhspirale.

Diese seltene Kostbarkeit ist vollflächig opak weiß emailliert und mit bunten Blüten in transluzidem Champlevé Email verziert. Einige kleine Cosse-de-Pois-Ranken in Schwarz finden sich zwischen den einzelnen Tulpen und Anemonen. Das Zifferblatt ist im Zentrum und am Rand gleichermaßen wie das Außengehäuse dekoriert. Ein weißer, mit schwarzen röm. Stunden bemalter Ziffernring zeigt die Zeit. Die Vorlage für das Dekor stammt vermutlich aus dem "Florilegium" von Emanuel Sweerts.

Das Werk ist von dem englischen Uhrmacher William Clay signiert. Diese Uhr wurde, wie die meisten Email-Uhrengehäuse im 17. Jahrhundert, aus Frankreich importiert und dann mit englischen Werken ausgestattet. Zu dieser Zeit wurde - anders als bei Gold- oder Silberexemplaren - das Gehäuse zuerst hergestellt und der Uhrmacher passte danach ein Uhrwerk darin ein.
Die verwendeten transluziden Emailfarben weisen auf einen französischen Ursprung hin. Es ist anzunehmen, dass das Gehäuse aus dem Umfeld oder direkt aus Blois, dem damaligen Geburtsort für Emailminiatur und Zentrum der Emailkunst stammt, da außerhalb Frankreichs zu Anfang des 17. Jahrhunderts kaum jemand dieses Handwerk derart beherrschte. Um die Champlevéblüten und -blätter möglichst realistisch und detailgetreu darzustellen, wurde eine für die damalige Zeit sehr umfangreiche transluzide Farbpalette eingesetzt. Nur eine einzige Blüte ist in opakem Hellblau gemalt, das sich auch im Anhänger wiederfindet.

Neuere Aufzeichnungen über William Clay berichten, dass er in London in der King's Street, Westminster, um 1646 als Uhrmacher tätig war und 1662 starb. Er war nie offizielles Mitglied der Clockmakers' Company, weshalb genaue Aussagen über ihn schwierig sind. Bekannte Arbeiten umfassen eine hochwertige Laternenuhr und eine Uhr, die Cromwell nach der Belagerung von Clonmel einem gewissen Colonel Bagley präsentierte.
Bibliographie: F.J. Britten, Old Clocks and Watches and Their Makers, 6th Edition, London, 1932.
Brian Loomes, Watchmaker and Clockmakers of the World, London 2006, S. 157.

Emanuel Sweerts' Florilegium
Sweerts handelte mit Blumenzwiebeln und seltenen Pflanzen. Regelmäßig reiste er zur Messe in Frankfurt und bot seine Blumen und Pflanzen, die er in seinem weitläufigen Garten in Amsterdam kultivierte, mittels eines Handelskataloges an. Dieser war die Vorlage für sein Werk "Florilegium amplissimum et selectissimum (1612)". Darin sind 330 Zwiebel- im ersten und 243 Blütenpflanzen im zweiten Teil abgebildet. Das mit Kupferstichen gefüllte "Florilegium" wurde als Vorlagenbuch bei den Künstlern des 17. Jahrhunderts immer beliebter. Ausdruck fand die gesteigerte Wertschätzung und Bekanntheit für Blumen in den damals enstandenen Stillleben.

Provenienz:
- Bischof von Hereford Anthony Martin Priddis von 2004 bis September 2013 Bischof von Hereford in der Church of England
- Versteigert bei Antiquorum am 16.10.2005 für 189,950 CHF, Los Nr. 86
- Privatbesitz Schweiz
#47700
Geh.: sehr gut
Ziff.: sehr gut
Werk: sehr gut, restaurierungsbedürftig, gangfähig

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