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Katalog Nr. 156
Katalog Nr. 156
Schätzpreis  22.000 - 35.000 €
Realisierter Preis 33.800 €
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Martinus Hyllius, Dresda, Höhe 310 mm

, circa 1655

Museale Dresdner Figurenuhr mit Stundenselbstschlag "Madonna im Strahlenkranz"


Geh.: Bronze, feuervergoldet, ziseliert, profilierter Ebenholzsockel, Bodenglocke. Ziffbl.: versilberte Krone mit horizontal beweglichem Stirnreifen und gravierten Stunden. Werk: rechteckiges Messing-Vollplatinenwerk, Messingräderwerk, signiert, Kette/Schnecke für Gehwerk, Federhaus für Schlagwerk, Schlossscheibe, 1 Hammer, obenliegendes, gebläutes Gesperr, Spindelhemmung.

Auf den profilierten, polygonalen Ebenholzsockel mit gedrückten Kugelfüßen ist eine mit Rauten gravierte Platte montiert. In deren Mitte erhebt sich die fein ziselierte, feuervergoldete Bronzestatuette der Madonna mit Jesuskind. Sie ist umgeben von einer großen Flammengloriole und trägt das Jesuskind auf ihrem linken Arm. In ihrer Rechten hält sie ein Zepter, mit dem sie die Stunden im horizontal beweglichen Stirnreifen ihrer Krone auf dem Haupt anzeigt.

Martin Hillius (auch Hillig / Hyllius geschrieben)
Klein-Uhrmacher-Geselle aus Nieder-Finow in der Mark-Brandenburg, kam wahrscheinlich 1653 nach Dresden und fand seine Anstellung bei der Uhrmacherwitwe Margarethe Müller; deren Ehemann war der Klein-Uhrmacher-Meister Andreas Müller, Hofuhrmacher und Kunstkämmerer (begraben Lichtmeß 1653).

Als sich der Uhrmachergeselle Paul Drechsler aus Dörrendorf bei Preßnitz nach seiner Wanderschaft in Dresden niederlassen wollte, geriet er mit der vereinigten Innung der Schlosser, Sporer, Nadler, Büchsen- und Großuhrmacher in juristischen Streit, da die vereinigte Innung zunftgemäß zur Selbständigkeit ein Meisterstück von ihm verlangte. Dieser Streit konnte vom Rat der Stadt Dresden nicht beigelegt werden und so wurde der Kurfürst (Johann Georg I.) zur Beilegung bemüht. Paul Drechsler bestand auf einer Separierung der Klein-Uhrmacher. Dazu mußte er mindestens zwei weitere Gesinnungsgenossen aus diesem Beruf vorweisen können. Diesem Vorhaben schloß sich urkundlich am 2.3.1655 auch Martin Hillius an.

Der Kurfürst Johann Georg II. ratifizierte die in 35 Gesetz-Artikeln festgelegte Innungsordnung der Klein-Uhrmacher zu Beginn des Jahres 1657. Am 9.3.1668 konnte die neue Klein-Uhrmacher-Innung aus besonderen Gründen zu Kraft treten. Es war die erste Klein-Uhrmacher-Innung in Deutschland.

Aus dem Innungsbuch 11.2.68 Dep.3 S.1:
Im Namen der heiligen Dreifaltigkeit: "Anno 1668 Quartal Johannis hat Herr Martin Hillius seine vollkommliche Meisterstücke aufgewiesen, nachdem es wohl besichtigt...vor offener (Zunft)-Lade zum Meister gesprochen."

Martin Hillius bildete 9 Lehrlinge aus, davon waren 7 versprochene; also solche, die bereits ein artverwandtes Handwerk abgeschlossen hatten.
Es waren fast durchweg bekannte Persönlichkeiten, die selbst das Meisterrecht erwarben. Ihre Arbeiten sind zum Teil in den bedeutensten Museen der Welt zu finden.
Martin Hillius verstarb im Spätjahr 1694 als Hofuhrmacher und Kunstkämmerer und Ältester der Klein-Uhrmacher-Innung.
Er war der erste Meister dieser neu aufgerichteten Innung, die bis 1899 in dieser Form Bestand hatte.

Unser Dank gilt dem Stadtarchiv Dresden sowie der wissenschaftlichen Arbeit von Herrn Bernd Schaarschmidt.
#48283
Geh.: sehr gut
Ziff.: sehr gut
Werk: sehr gut, gangfähig, Reinigung empfohlen

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