113. Auktion

8.11.2025

Lot 53

Hellmuth Bach

Bedeutende, schwere Jülicher Taschenuhr mit fliegendem Minuten-Tourbillon in Glashütter Tradition nach Alfred Helwig mit Gangreserveanzeige

Verkauft

schätzpreis
8.00013.000 €
Realisierter Preis
37.500 €
Merkmale
Gehäuse
Silber, teilweise vergoldet, Werksverglasung.
Zifferblatt
Versilbert, aufgelegte Indizes, kleine Sekunde, Spade-Zeiger.
Werk
2/3-Platinenwerk, Doppelfederhaus, Federchronometerhemmung, Goldschrauben-Komp.-Unruh, feinst geschliffener Stahl-Tourbillonkäfig.
Maße64 mm
Circa1965
LandDeutschland
Gewicht219 g


Hellmuth Bach war Uhrmacher in Jülich. 1983 fertigte er ein fliegendes Fünfminuten-Tourbillon mit Ankerhemmung, zwei hintereinandergeschalteten Federhäusern und Differential- Auf- und Abwerk im Stil der DUS, welches das Meisterstück Helwigs von 1922 zum Vorbild hatte, soweit dieses, das nicht mehr existiert, in Abbildungen noch nachvollziehbar war.


Die Tourbillonbauer um Alfred Helwig
Zwischen 1921 und 1937 wurden an der DUS Glashütte von Alfred Helwig (1886-1974) und seinen Schülern etwa 20 Tourbillons verschiedener Bauarten gefertigt, die als besonders herausragende Stücke mit Sondernummern zwischen 7 und 36 versehen wurden. Die Uhren wurden in vier verschiedenen Varianten erstellt: Fünf-Minuten-Toubillons mit Ankerhemmung, Ein-Minuten-Tourbillons mit Anker- und mit Chronometerhemmung, sowohl mit Kette/Schnecke als auch mit nebeneinander geschalteten Federhäusern, und als häufigste Bauform mit 13 Stück das Ein-Minuten-Tourbillon mit Chronometerhemmung und zwei hintereinander geschalteten Federhäusern.
Von diesem Typ ist auch das hier vorliegende Exemplar von Hellmuth Bach.
Im Gegensatz zu regulären Tourbillons, bei denen der Käfig in der Grundplatine gelagert ist sowie durch eine Brücke gehalten wird, sind die von Alfred Helwig erfundenen und unter seiner Anleitung an der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte gefertigten fliegenden Tourbillons in der Grundplatine gelagert und durch ein Lager unter dem Käfig gehalten. Der Käfig selbst ist äußerst fein und leicht gearbeitet. Seine Robustheit demonstrierte Helwig dadurch, dass er ein 200 Gramm schweres Gewicht während 8 Tagen daran befestigte. Der Käfig ließ sich danach problemlos wieder in das Uhrwerk montieren. Fliegende Tourbillons waren die Meisterstücke an der Glashütter Uhrmacherschule und durften unter der Anleitung Professor Helwigs nur von der allerbesten Schülern gefertigt werden. Sie repräsentieren die ultimative Spitze in der Fertigung der Drehganguhren.