113. Auktion

8.11.2025

Lot 201

Jacques Bruguier

Exquisiter, erstklassiger Goldemail-Singvogelautomat mit Schlüssel

Verkauft

schätzpreis
35.00045.000 €
Realisierter Preis
43.800 €
Merkmale
Gehäuse
18 kt Gold, Email, Diamanten, Messing.
Zifferblatt
,
Werk
Automatenwerk: Rechteckformwerk, Vollplatine, Kette/Schnecke, Federhaus, Blasebalg.
Maße95 x 59 x 35 mm
Circa1850
LandSchweiz
Gewicht340 g


Der rechteckige Automatenkorpus, mit eingekehlten, abgerundeten Ecken in typischer Bruguier-Form besteht aus 18-karätigem Gold. Alle Seiten sind mit einem fein guillochierten Muster und gravierten Ranken aus Akanthusblättern und Rosen verziert. Wenn das Werk aufgezogen ist und der Schieber auf der Vorderseite zum Starten des Automaten nach rechts geschoben wird, öffnet sich die ovale Abdeckung auf der Oberseite der Dose. Sie ist transluzid kobaltblau emailliert und im Zentrum mit einem in Weißgold gefassten, diamantbesetzten Blumenstrauß besetzt. Nach dem Öffnen erhebt sich ein zwitschernder Vogel mit rotierendem Körper, wippendem Schwanz, flatternden Flügeln, drehendem Kopf und sich öffnendem Schnabel von einem mit Blattranken verzierten und vergoldeten Gitter empor. Der Vogel hat ein bunt gefärbtes Gefieder aus leuchtenden Blau-, Rot- und Grüntönen, perfekt akzentuiert mit schillernden Glanzlichtern.
Das hervorragend erhaltene Gehäuse ermöglicht einen besonders schönen Klang. Auf der Rückseite befindet sich ein aufklappbares Schlüsselkompartiment, in dem der Originalschlüssel aufbewahrt werden kann. Es handelt sich um einen seltenen Singvogelautomaten von hervorragender Qualität.


Jacques Bruguier (1801-1873) war mit der Tochter des berühmten Singvogeldosenmachers Charles Abraham Bruguier verheiratet. Er betrieb eine Werkstatt in der Rue des Pâquis in Genf. Der Familienname lässt darauf schließen, dass eine Verwandtschaft der Familien bestand, Beweise hierfür gibt es jedoch nicht. Jacques’ Eltern waren der Uhrmacher Jean-Abraham Bruguier und seine Frau Rose Lamon. Jacques wurde im Juni 1801 in Genf geboren, das damals französisches Staatsgebiet war, da es kurz zuvor von der jungen Republik annektiert worden war. Jean-Abraham zog mit seiner Familie in die Region Ardèche in Frankreich; Jacques kehrte jedoch später nach Genf zurück. Er begann als Mechaniker für Charles-Abraham Bruguier zu arbeiten und lebte ab etwa 1852 bei ihm in Grand Pré. Seine zukünftige Frau Jacqueline arbeitete ebenfalls für ihren Vater, indem sie die Walzen für die Spieldosen mit Stiften versah. Bei der Hochzeit im Jahr 1853 war Jacques bereits über 50 und Jacqueline fast 40 Jahre alt. Trotzdem bekamen die beiden zwei Kinder: Jacques Alexandre und Abrahamine Charlotte Françoise. Jacques und Jacqueline Bruguier lebten von 1853 bis 1861 am Place de la Madeleine 166. Jacques Bruguier zog 1869 in die Rue du Cendrier 14 und verstarb am 7. Oktober 1873.
Quelle: "Flights of Fancy", Sharon und Christian Bailly, Verlag Antiquorum 2001, S. 280