113. Auktion

8.11.2025

Lot 148

IWC / Intern. Watch Co.
Ur-Portugieser

Bedeutende, hochattraktive Vintage Armbanduhr, sog. "Ur-Portugieser" der ersten Generation. Insgesamt wurden zwischen 1939 und 1951 nur 304 Exemplare des legendären Werkskalibers 74 hergestellt und ausgeliefert, was sie zu einem der seltensten und begehrtesten Zeitmesser des 20. Jahrhunderts macht

schätzpreis
38.00048.000 €
Realisierter Preis
-
Merkmale
Gehäuse
Stahl, matt, Druckboden.
Zifferblatt
Schwarz.
Werk
Manuell.
Geh.-Nr.1063657
Ref.325
Cal.74, 17''' H4
Maße42 mm
Circa1942
LandSchweiz


Ende der 1930er Jahre erkundigten sich zwei portugiesische Juweliere bei IWC in Schaffhausen nach einer Armbanduhr im Edelstahlgehäuse mit der Präzision einer Beobachtungsuhr. Ein Wunsch, der sich bislang nur im Taschenuhrformat erfüllen ließ. IWC machte es möglich und baute aus den Taschenuhrkalibern 74 mit kleiner Sekunde in Savonnette-Bauweise eine präzise Armbanduhr, die allerdings aufgrund ihrer imposanten Größe dem damaligen Zeitgeschmack von 30-35 mm im Durchmesser überhaupt nicht entsprach. Die Konstrukteure von IWC entwarfen für das große Taschenuhrwerk ein 41,5 mm großes Gehäuse mit einer schmalen Lunette und einer relativ großen Krone, so dass die Uhr bequem aufgezogen werden konnte. IWC experimentierte mit verschiedenen Farben, Materialien und Schriftarten, um Zifferblätter zu kreieren, die stets eine klassische und zeitlose Ästhetik anstrebten. Die Zifferblätter konnten versilbert, schwarz oder weiß sein, mit arab. oder Breguet-Ziffern, mit Leuchtmasse oder aufgemalt, manchmal appliziert.
Nach der ersten Portugieser-Auslieferung mit Kaliber 74 brachte IWC das Kaliber 98 als weiteres 17'''H4-Taschenuhrwerk mit 4 mm Höhe auf den Markt. Trotz identischer Proportionen veränderte IWC das Design der Uhr nicht. Die beiden Versionen sind äußerlich nicht zu unterscheiden.
Ende der 1970er Jahre kehrte IWC zur Referenz 325 zurück, als der Genfer Händler Golay Fils & Stahl sein Interesse an dem Stück erneuerte.
Nach einer internen Debatte über die Rentabilität des Projekts wurde die Entscheidung getroffen, eine neue Generation mit einer aktualisierten Version des Kalibers 98 zu produzieren. Die Uhrmacher der Manufaktur entwickelten daraufhin das Kaliber 982, das erste Uhrwerk der Ref. 325 mit Stoßdämpfungssystem und monometallischer Glucydur-Unruh.
Trotz der Innovationen des IWC-Teams zog Golay sein Interesse zurück und stellte die Produktion ein. Zwischen 1977 und 1981 wurden nur 57 Uhren montiert.
Nach dieser Phase, in der die Uhr nicht sehr beliebt war, erlebte die Portugieser 1993 anlässlich des 125-jährigen Firmenjubiläums von IWC eine Wiederbelebung. Seitdem entwickelte sich die Portugieser zu einem der prestigeträchtigsten und bekanntesten Modelle von IWC, das für seine Eleganz und Komplikationen bekannt ist.
Die vorliegende Ur-Portugieser, Kaliber 74 wurde in der frühen Produktion gefertigt und ist auf das Jahr 1930 datiert. Trotz seines beinahe 100-jährigen Alters zeigt das Werk eine präzise und zuverlässige Leistung. Das Gehäuse weist einige wenige, altersbedingte Kratzer auf und ist unserer Meinung nach unpoliert. Die auf das Zifferblatt aufgedruckten kupferroten Ziffern, Indizes und der Schriftzug sowie die rotgoldenen Leaf-Zeiger auf dem mattschwarzen Hintergrund sind eine Augenweide.