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Katalog Nr. 606 (89. Auktion)
Johann Georg Mayr in München, Höhe circa 520 mm, circa 1670/1720

Einzigartige, museale Nachtlichtprojektionsuhr mit astronomischen Angaben - es handelt sich hier um die einzige bekannte Nachtlichtprojektionsuhr mit Vollkalender
Geh.: Eichenkorpus, Nußbaum furniert, rechteckiger, profilierter Sockel mit über Eck gestellten Pilastern und auskragenden Voluten. Seiten mit eingelegtem Bandelwerk, Front als schwenkbare Tür, profiliertes Gesims und gewalmter Giebel, Puttenbekrönung zum Verdecken der Rauchabzugsöffnung. Innen: Schieber, Halterung für die Kerze, konkaver Spiegel für die Projektion des Lichtes. Ziffbl.: Messing, feuervergoldet, von bestechender Qualität handgraviert mit Blütenranken. Hauptzifferblatt: aufgelegter Ziffernring mit eingelegten, gravierten, radialen röm. Zahlen, gebläuter, durchbrochen gearbeiter Zeiger. Innerhalb des Ziffernringes links: aufgelegter, versilberter Ring mit gravierten Namen der Tagesregenten und im Ausschnitt der inneren drehbaren Scheibe Anzeige der Symbole der Tagesregenten. Innerhalb des Ziffernringes rechts: aufgelegter, versilberter Ring mit gravierten Namen der Wochentage mit Zeiger auf floral gravierter, umlaufender Scheibe. Innerhalb des Ziffernringes in der Mitte oben: Hilfszifferblatt für die Sonntagsbuchstaben mit goldenem, gravierten Zeiger für manuelle Betätigung. Die im äußeren Rand ursprünglich befindlichen Jahreszahlen wurden später durch die Jahreszahlen 1753-1769 modernisiert. Darüber Projektionslinse, mit verstellbarer Brennweite, flankiert von zwei weiteren Ziffernringen: links Datumangabe 1-31 mit Zeiger auf umlaufender, floral gravierter Scheibe, rechts Angabe des Mondalters 1-29 1/2 durch Zeiger auf umlaufender Scheibe mit Öffnung für Anzeige der Mondphase. Über der Projektionslinse rechteckiges Kästchen, zur Aufnahme von Monatstäfelchen. Werk: ovales Messing-Vollplatinenwerk, vergoldet, signiert, floral graviert, Messingräderwerk, Spindelhemmung, Pendel mit justierbarer Pendelaufhängung mit verlängerbarem Textilband über Trommel mit Skala und Zeiger.

Johann Hans Georg Mayr (1650-1684)
Ab 1662 war er Hofuhrmacher in der Münchner Residenz. Im Laufe seines kurzen Lebens fertigte er vorallem Tischuhren mit astronomischen Angaben an, darunter Horizontaltischuhren und astronomische Tischuhren mit Musikspielwerk.
Einige seiner Uhren befinden sich im Bayerischen Nationalmuseum in München, im Kunsthistorischen Museum, Wien und im Math. Physik. Salon in Dresden.
Quelle: G. H. Baillie "Watchmakers and Clockmakers of the World", London 1969, S. 215.

Diese Uhr ist beschrieben und illustriert in:
Klaus Maurice "Die Uhrmacher in München bis 1800", in: Uhren - Alte und moderne Zeitmessung, Ausgabe 4, August 1989,München 1989, S. 21.

Weitere Uhren von Johann Hans Georg Mayr sind illustriert und beschrieben in:
Jürgen Abeler "Meister der Uhrmacherkunst", Wuppertal 1977, S. 421f.
F.J. Britten "Watch and Clock Makers Handbook. Dictionary and Guide", Baron Publishing, England 1976, S. 799.
Ernst von Bassermann-Jordan "Alte Uhren und ihre Meister", Leipzig 1926, S. 263.
H. Alan Lloyd "Clocks", London 1964, S.100.
Schätzpreis  30.000 - 50.000 €

Realisierter Preis 37.200 €
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