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191
Katalog Nr. 191
Schätzpreis  90.000 - 130.000 €
Dies ist eine Losnummer aus einer früheren Auktion!

Mortimer & Hunt, London

, Geh. Nr. 1959, 42 mm, 72 g, circa 1841

Historisch interessante, hochfeine Goldemail-Damentaschenuhr aus adeligem Besitz, angefertigt zum Anlass der Hochzeit der französischen Prinzessin Mathilde-Létizia Wilhelmine Bonaparte (1820-1904) mit dem russischen Industriellen Anatole Nikolaievitch Demidoff (1813-1870), Prinz von San Donato, Italien. Mit Briefwechsel Mathilde-Létizia Wilhelmine Bonapartes


Geh.: 18Kt Gold, guillochiert, floral graviert und transluzid emailliert. Auf der Rückseite im Zentrum ein rotes, griechisches Kreuz auf rosafarbenem Grund, umgeben von einer Bordüre aus 17 rot emaillierten Feldern mit den Anfangsbuchstaben der Nachnamen des Brautpaares in alternierender Abfolge. Das Mittelteil transluzid dunkelblau emailliert und verziert mit goldenen Ranken und Motto der Familie Demidoff: "ACTA NON VERBA" ("Taten statt Worte"). Goldene Lunetten auf der Vorder- und Rückseite dekoriert mit transluzid roten "Fleur de Lys" und griechischen Kreuzen in abwechselnder Reihenfolge. Goldemail Pendant in Form einer geschlossenen Prinzenkrone. Gehäusemacher-Punzzeichen "LC" (Louis Comptesse, Soho, London), nummerierte und signierte Werkschutzkappe. Ziffbl.: rosafarbenes Email auf guillochiertem und floral graviertem Grund, goldene radiale röm. Zahlen, im Zentrum transluzid rote "Fleur de Lys" in Champlevé Email, gebläute "Fleur de Lys"-Zeiger. Werk: flaches Brückenwerk, Schlüsselaufzug, gekörnt, vergoldet, Federchronometerhemmung, Goldschrauben-Komp.-Unruh, fein floral gravierter Unruhkloben.

Mathilde Lætitia Wilhelmine Bonaparte (1820-1904)
Mathilde Lætitia Wilhelmine Bonaparte, auch Mathilde-Létizia, war die Tochter von Napoléons jüngsten Bruder Jérôme Bonaparte und dessen 2. Ehefrau Katharina von Württemberg. Sie widmete sich der Pastell- und der Aquarellmalerei und unterhielt ab den 1850er Jahren in ihrem Pariser Stadtpalais einen künstlerischen und literarischen Salon.
Geboren in Triest wuchs Mathilde in Florenz und Rom auf. Am 1. November 1840 heiratete sie in Florenz den russischen Prinzen Anatoli Demidow, Prinz von San Donato, einen Sohn des Grafen Nikolai Demidow und der Baroness Jelisaweta Stroganowa. Die Ehe war geprägt von Seitensprüngen und Streitigkeiten. Anatole hatte eine langjährige Affäre mit Valentine de Sainte-Aldegonde – eine Beziehung, die er entgegen Mathildes Willen fortsetzte.
Mathilde verließ daraufhin Florenz zusammen mit ihrem Liebhaber Alfred Émilien de Nieuwerkerke und der Schmucksammlung ihres Ehemanns. Die Ehe wurde schließlich 1847 geschieden und Anatole wurde rechtlich dazu gezwungen, einen jährlichen Unterhalt in Höhe von 200.000 Francs an Mathilde zu zahlen. Trotz seiner vehementen Forderungen erhielt Anatole seinen Schmuck nie zurück.
In Paris wurde Mathilde während und nach dem Zweiten Kaiserreich ein bekanntes Mitglied des aristokratischen Kunst- und Literaturkreises. Nach Anatoles Tod am 29. April 1870 heiratete sie im Dezember 1873 Claudius Popelin (1825−1892).
Quelle: http://de.wikipedia.org/‌wiki/Mathilde_Bonaparte, Stand 16.09.2014.

Anatole Demidoff, Prinz von San Donato (1813-1870)
Anatole Demidoff war ein russischer Großindustrieller und Förderer von Wissenschaft und Kunst. Weitere Schreibweise des Namens: Anatol Nicolaïevitch von Demidov.
Anatole Demidoff entstammte dem einflussreichen Industriellengeschlecht der Demidow und wurde am 5. April 1813 in Sankt Petersburg als zweiter Sohn von Nikolai Nikititsch Demidow (1773–1828) und dessen Ehefrau Baroness Jelisaweta Alexandrowna Stroganowa (1779–1818) geboren. Demidoff wurde in Paris erzogen. Bereits in frühen Jahren förderte er französische Künstler der Romantik wie Paul Delaroche (Hinrichtung der Lady Jane Grey), Eugène Louis Lami und Eugène Delacroix. Als Förderer der französischen Wissenschaft wurde Demidoff später auch Mitglied der Académie des sciences. Neben der Unterstützung von Kunst und Wissenschaft avancierte Demidoff auch zu einem begeisterten Schmuck- und Juwelensammler.
In Paris und in seiner italienischen Villa di San Donato bei Florenz lebte Demidoff ein extravagantes Leben und investierte einen Großteil seines Vermögens in Kunst und Schmuck. Sein luxuriöser Lebensstil und seine Faszination für Napoléon – eine Faszination die er von seiner Mutter Elisabeth übernommen hatte – verstärkten weiterhin die Missgunst des russischen Zaren.
1840 erhielt Demidoff aufgrund seiner karitativen und wirtschaftlichen Tätigkeiten in Italien von Großherzog Leopold II. den Titel Prinz von San Donato verliehen. Es ging auch darum, seiner Verlobten, der Prinzessin Mathilde Bonaparte, den Fürstentitel zu erhalten. Demidoffs Titel wurde in Russland und vom russischen Zaren nie anerkannt.
Demidoff lebte in den folgenden Jahren in Florenz. 1843 wurde er zum Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt, im Jahr 1852 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. Er starb am 29. April 1870 in Paris. Er war Ritter des toskanischen Ordens des heiligen Joseph. Seine Gemäldegalerie, die zu den größten und wertvollsten Privatmuseen Europas gehörte, wurde nach seinem Tode durch Versteigerung aufgelöst.
Quelle: http://de.wikipedia.org/‌wiki/Anatole_Demidoff_di​_San_Donato, Stand 16.09.2014.

Mortimer & Hunt, London (1839-1843)
John Hunt, der Sohn von John Samuel Hunt, wurde dritter Teilhaber der Firma Storr & Mortimer, nachdem Paul Storr am 31. Dezember 1838 in den Ruhestand ging. Das Unternehmen firmierte von da an als Mortimer & Hunt. Nach dem Ausscheiden von John Mortimer im Jahr 1843 kamen Robert Roskell und C.F. Hancock als neue Partner in die Firma, die von da an den Namen Hunt & Roskell trug.

Louis Comptesse
Louis Comptesse liess sein Zeichen erstmals am 8. November 1804 eintragen. Über diesen Gehäusemacher, der am Soho Square in London seine Werkstatt hatte, ist nur wenig bekannt; er war jedoch zweifellos ein hochtalentierter und erfahrener Handwerker. Terence Camerer Cuss stellt fest: "Der bei weitem am bekannteste Gehäusemacher dieser Zeit ist Louis Comptesse, der in London arbeitete und seine Gehäuse in der Goldsmith’s Hall punzieren liess." Comptesses Initialen finden sich in den Gehäusen der berühmtesten Uhrmacher seiner Zeit, darunter Recordon, Barraud, Fatton, Viner, Barwise und Charman.

Geschichtliche und technische Anmerkungen:
Trotz der Signatur "à Londres" wurde das Gehäuse höchstwahrscheinlich in Genf hergestellt. Es ist mit sog. Qualitätspunzen versehen, in Anlehnung an die Punzen aus London und des Gehäusemeisters Louis Comtesse, dem berühmtesten englischen Hersteller jener Epoche. Damals war die Gravur- und Emailarbeit eine Genfer Spezialität, wo die Kunsthandwerker seit Ende des 17. Jh. üblicherweise die Signaturen der bekanntesten Uhrmacher jeder Epoche fälschten. Diese ärgerliche Manie hörte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf, insbesondere nach Unterzeichnung der Verträge zwischen der Schweiz und den ausländischen Industriemächten während und nach der Weltausstellung in Wien (1873), woraufhin in der Schweizerischen Eidgenossenschaft Stellen zur Registrierung und Hinterlegung von Marken und ein Amt für Industriepatente gegründet wurden.

Das Gesperr dieses Chronometers ist in einer besonderen Art und Weise konstruiert, um Platz in der Höhe zu gewinnen und somit ein sehr flaches Werk anzufertigen, das in einem eleganten Gehäuse Platz findet. Die Hemmung ist zwischen den Brücken angeordnet und verfügt über eine 3/100 - 4/100 Millimeter starke Feder, während ihre Goldfeder nicht stärker als 4/100 Millimeter ist. Die Konstruktion der Unruh ist invertiert mit dem unten platzierten Unruhreif. Aus diesem Grund handelt es sich um einen der flachesten Taschenchronometer, die jemals hergestellt wurden. Der Herstellungspreis für das Werk dieses Zeitmessers dürfte sehr hoch gewesen sein. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das Werk in einem vollständig emaillierten Goldgehäuse eingebaut wurde, dessen Herstellungspreis ebenfalls sehr kostspielig gewesen sein dürfte.
#39462
Geh.: sehr gut, leichte Tragespuren
Ziff.: sehr gut
Werk: sehr gut, gangfähig


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