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Katalog Nr. 509 (91. Auktion)
Nathanael Barrow, London, 36 mm, 41 g, circa 1665

Bedeutende Goldemail Spindeltaschenuhr "Jupiter und Kallisto"- die überragende künstlerische Qualität der Emailmalerei, sowie deren handwerkliche Perfektion lassen auf Pierre II Huaud schließen
Geh.: Goldemail, rückseitige polychrome Emailmalerei mit der Darstellung von Jupiter und Kallisto, randseitige Kartuschen mit Wanderszenen, voneinander abgegrenzt durch monochrom emaillierten Akanthusranken, Innenseite Ruine in idealisierter Landschaft mit Personenstaffage, aufwändig gravierte Lunette. Ziffbl.: Gold, Champlevé, radiale röm. Zahlen, gebläuter Tulpenzeiger. Werk: Vollplatinenwerk, Schlüsselaufzug, feuervergoldet, signiert, Darmseite/Schnecke, Tulpen-Pfeiler, Spindelhemmung, zweiarmige Eisenunruh ohne Unruhspirale, gravierter und durchbrochen gearbeiteter Unruhkloben, obenliegendes gebläutes graviertes Gesperr.

Jupiter and Kallisto
Nach Hesiod war Kallisto – deren Namen "die Schönste" bedeutet – eine Tochter des Arkadischen Königs Lycaon. Als Nymphe der Diana hatte sie ein Keuschheitsgelübde abgelegt, wurde jedoch von Jupiter in der Gestalt Dianas verführt. Als Kallistos Schwangerschaft bei einem gemeinsamen Bad mit anderen Nymphen offensichtlich war, wurde sie von Diana verstoßen und von der eifersüchtigen Juno in eine Bärin verwandelt. Ovid erzählt, dass Kallisto später von Jupiter gemeinsam mit ihrem Sohn Arcas als Sternbilder Ursa Major und Ursa Minor ans Firmament versetzt wurden.

Nathaniel Barrow (circa 1639 - circa 1700)
Geburts- und Todestag von Nathaniel Barrow sind nicht bekannt. Er absolvierte 1653 eine Lehre bei Job Payne und wurde im Januar 1660 von der Clockmaker’s Company freigesprochen. Ab 1689 war Barrow Meister der Gilde.

Obwohl das Gehäuse dieser Uhr unsigniert ist, handelt es sich ohne Zweifel um ein Werk von Pierre Huaud dem Jüngeren. Die Szenen der Randverzierung sind durch schwarz-weiße Verzierungen unterbrochen, die an eine Uhr aus der Sammlung Dr. E. Gschwind erinnern, die wiederum mit einem Werk von Richard Street ausgestattet ist. Uhren mit Genfer Gehäusen und englischen Werken sind zwar selten, tauchen jedoch gelegentlich auf dem Markt auf. Außer dem oben erwähnten Exemplar gibt es noch eine Uhr von Leroux (signiert Pier. Huaud pinx.invnt., auch aus der Sammlung Dr. E. Gschwind) und eine weitere mit der Signatur von Henry Jones.
Die Uhren werden erwähnt in "The Early Clockmakers of Great Britain" von Brian Loomes NAG Press London, S. 74; "Montres de Geneve" von S. Bull & F. Sturm, Dr. E. Gschwind Sammlung, Basel 1978, Nr. 21 & 24; Christies Auktion, Time Watches and Carriage Clocks, 21. März 1972, Lot 132.

Pierre Huaud der Jüngere (1647-1698)
Pierre der Jüngere wurde in Genf geboren und war der älteste Sohn von Pierre Huaud dem Älteren. Er arbeitete mit seinen Brüdern Jean-Pierre und Ami zusammen und lehrte seinen anderen Bruder And die Kunst der Emailmalerei. Wir kennen zwei noch existierende Uhren mit seiner Signatur; die meisten seiner Werke sind spätere Stücke, die während seiner Zusammenarbeit mit seinem Bruder Ami entstanden, als die Huaud-Brüder in Berlin für den Kurfürsten von Brandenburg arbeiteten.

Schätzpreis  26.000 - 32.000 €
Dies ist eine Losnummer aus einer früheren Auktion!

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