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Katalog Nr. 192 (95. Auktion)
Vacheron & Constantin Genève, "Chronomètre Royal", Werk Nr. 368543, Geh. Nr. 412081, 70 mm, circa 1948

Extrem seltene Genfer Tischuhr mit Weltzeitindikation nach Louis Cottier
Geh.: Messing, rotvergoldet, Wurzelholzsockel. Ziffbl.: zweifarbig versilbert, emaillierte Städtenamen. Werk: Brückenwerk, Goldschrauben-Komp.-Unruh.

Weltzeituhren des 20. Jahrhunderts sind nicht vorstellbar ohne den Namen Louis Cottier. Die großen Manufakturen wie Rolex, Patek Philippe und eben auch Vacheron & Constantin fertigten ihre Weltzeit nach seiner Konstruktion und Berühmtheiten wie Churchill, Truman, Roosevelt und De Gaulle waren unter den Besitzern dieser Uhren.
Zu den seltensten und begehrtesten Modellen mit nur sechs hergestellten Exemplaren und der außergewöhnlichen Gestaltung gehören die "Chronomètre Royal" Tischuhren von Vacheron & Constantin im markanten rotgoldenen Gehäuse mit den vier Stegen, die es im schrägen Holzsockel halten.

Louis Cottier
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann sich eine neue Mobilität unter den Menschen zu entwickeln und überall auf der Welt mussten Uhrmacher ihre Konstruktionen weiterentwickeln und verbessern um dem Rechnung zu tragen. Die Weltkugel ist in 24 Zeitzonen eingeteilt die 15 Längengrade wiederspiegeln, beginnend am Meridian in Greenwich; die Uhren berücksichtigten dies mit einer beweglichen Lunette, die so eingestellt wurde, dass die Ortszeit bei 12 Uhr sitzt - dann kann vom äußeren Tag- und Nachtring die Zeit in jeder der auf der Lunette eingetragenen Lokationen abgelesen werden. Der Erfinder dieses Systems war Louis Cottier, ein namhafter und ungeheuer talentierter Uhrmacher aus Genf.
Cottier wurde 1894 in Carouge geboren; sein Vater Emmanuel Cottier war bekannt für seine feinen Uhren und Automaten. Bereits im Jahr 1885 hatte Emmanuel ein sogenanntes Weltzeitsystem entwickelt, das er der Société des Arts vorstellte; er konnte nicht wissen dass sein Werk 40 Jahre später seinen Sohn so inspirieren und antreiben sollte, dass er schließlich für einen bahnbrechenden Mechanismus dieser Art ein Patent erhalten sollte.
Louis erlernte das Handwerk an der Uhrmacherschule in Genf und erwies sich bald als außergewöhnlich begabter Uhrmacher, der schon in jungen Jahren Preise gewann - darunter auch zwei von Patek Philippe, des Unternehmens mit dem er später eine enge fast 30 Jahre andauernde Zusammenarbeit pflegen sollte. Nach dem Ende seiner Ausbildung arbeitete Cottier in der Genfer Filiale von Jaeger bis er sich schließlich selbständig machte. 13 Jahre lang schuf er die feinsten Taschen-, Armband- und Tischuhren sowie innovative Prototypen im Hinterzimmer des Buch- und Schreibwarenladens seiner Frau in der Rue Vautier 45 in Carouge. Er stellte seine "Heures Universelles" 1931 vor - eine praktische Erfindung bei der eine zentrale Ortszeitanzeige mit Stunden- und Minutenzeiger mit einem beweglichen 24-Stundenring verbunden und entweder von einer unabhängig beweglichen Zeitzonenlunette oder einem äußeren Zifferblattring umgeben war (die beide per Hand einzustellen waren). Der Träger der Uhr konnte nun die lokale Zeitzone auf 12 Uhr justieren und damit die genaue Uhrzeit aller Zeitzonen der Welt auf einem einzigen Zifferblatt ablesen! Als sich sein neues Design als erfolgreich erwies begann Cottier, sich auf diese Art von ausgeklügelten Weltzeituhren zu spezialisieren und sie für die bekanntesten Genfer Firmen wie Patek Philippe, Rolex, Vacheron Constantin und Agassiz herzustellen. Cottier strebte unablässig danach, seine Entwürfe zu verbessern und im Jahr 1950 entwickelte er ein Weltzeitsystem mit zwei Kronen, welches viele Kenner für eine der wichtigsten horologischen Erfindungen des 20. Jahrhunderts halten. Das System bot nicht nur eine größere Sicherheit und Präzision bei der Wahl der Referenzlokation sondern auch eine höhere Stoßsicherheit sowie den Schutz der Lünette vor Abnutzung. Das schützende Glas erlaubte es nun, die Städtenamen aufzudrucken anstatt sie zu gravieren, so dass sie wesentlich besser zu lesen waren.
Patek Philippe erfreute sich der engen und erfolgreichen Zusammenarbeit mit Cottier viele Jahre lang und vertraute ihm vollkommen. Sein ganzes Leben lang war Cottier ein bescheidener und unauffälliger Mann und es wäre sicherlich fast ein Schock für ihn zu sehen, dass seine Werkstatt bis zum heutigen Tag im Musée d'Horlogerie et d'Emaillerie in Genf zu besichtigen ist. Nach seinem Tod im Jahre 1966 wurde ein Platz in seinem Geburtstort Carouge zu seinen Ehren nach ihm benannt. Bis heute gelten die Konstruktionen von Louis Cottier als Standard für alle mechanischen Weltzeituhren.
Schätzpreis  35.000 - 45.000 €
Dies ist eine Losnummer aus einer früheren Auktion!

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