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Katalog Nr. 297 (95. Auktion)
Hahn à Echterdingen, 66 mm, 124 g, circa 1782

Bedeutende, astronomische, deutsche Herrentaschenuhr des legendären Priestermechanikers Philipp Mattäus Hahn - mit später für diese Uhr handgefertigter lederbezogener Schatulle
Geh.: vergoldet. Ziffbl.: Email. Werk: Vollplatinenwerk, offenes Federhaus, durchbrochen gearbeitete und gravierte Unruhbrücke mit Regulierskala, große Messingunruh, Zylinderhemmung.

Das weiße Emailzifferblatt besitzt außen einen Ziffernring mit schwarzen arab. Zahlen für die Angaben der Zentralsekunde mit vergoldetem Sekundenzeiger. Drei Hilfsziffernringe dienen für die Anzeige der Stunden und Minuten mit römischen und arab. Zahlen bei "10 Uhr". Das Datum und die Wochentagsanzeige in Kombination mit den Tagesplaneten befindet sich bei "2 Uhr"; bei "6 Uhr" die Mondphasen in Kombination mit der Anzeige der Mondscheindauer in Viertelnächten (arab. Ziffern für die Nachtviertel, linke Hälfte rot, rechte Hälfte schwarz).

Philipp Matthäus Hahn (1739-1790) war der Sohn eines evangelischen Pfarrers. Als er zwölf Jahre alt war, besuchte er die Lateinschule in Esslingen. 1752 verstarb seine Mutter. Er bewarb sich um die Aufnahme in eine der württembergischen Klosterschulen, kam aber bei der dortigen Aufnahmeprüfung, einer Wettbewerbsprüfung, nicht zum Zuge, und besuchte stattdessen die Nürtinger Vorbereitungsschule für die niedere Geistlichkeit. Hier entwickelte er als technischer Autodidakt Sonnenuhren. Auch setzte er sich mit den Lehren Johann Arndts, der als Wegbereiter des Pietismus gilt, und der rationalistischen Philosophie Christian Wolffs auseinander. 1757 bis 1759 setzte Hahn seine Ausbildung in Tübingen fort. Dort entwickelte er Mikroskope, Monduhren, Teleskope und entwarf eine Rechenmaschine.
Nach dem Studium arbeitete er in Lorch als Hauslehrer. Seine erste von mehreren Anstellungen als Vikar erhielt er 1761 in Breitenholz. 1764 wurde er Pfarrer in Onstmettingen, dem heutigen Stadtteil von Albstadt. Hier entstanden (unter der Mitwirkung Philipp Gottfried Schaudts) seine ersten Neigungswaagen und Weltmaschinen. Bei den Weltmaschinen handelt es sich z. B. um das "Nürnberger Modell", eine Uhr mit Kalender, die die Zeit bis zur Apokalypse anzeigen, sowie synchronisierte helio- und geozentrisches Orreries enthalten. Diese wurde erst nach dem Tod Hahns fertiggestellt. Auf Anregung dessen Aufragsgebers, Herzogs Carl Eugen, der ihn als "Uhrmacher Gottes" betitelte, kam er nach Kornwestheim. Dort unterhielt er auch eine Uhrmacher-Werkstatt, in der er auch Verwandte beschäftigte. Er führte als Ergänzung zum Gottesdienst eine Erbauungsstunde ein.
1774 starb seine Frau Anna Maria bei der Geburt ihres siebten Kindes. Ein Jahr später heiratete er Beata Regina, eine Tochter des Pfarrer-Originals Johann Friedrich Flattich. 1781 wurde er Pfarrer in Echterdingen.
Quelle: www.de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Matth%C3%A4​us_Hahn Stand 07.03.2017.
Schätzpreis  13.000 - 20.000 €

Realisierter Preis 26.100 €
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