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Katalog Nr. 130* (95. Auktion)
"JEB" (Joseph-Etienne Blerzy, Paris), Zargennummer 504, 85 x 65 x 34 mm, 179 g, circa 1784

Exquisite, extrem seltene, französische Goldemail-Schnupftabakdose mit Miniaturmalerei
Geh.: 20Kt Gold, Meistermarke "JEB" (Joseph-Etienne Blerzy), Gebühren- und Quittungsstempel von Henri Clavel (1783-1789), Pariser Zunft-Jahrespunze "P84" von 1784.
Ovale Dose, allseitig guillochiert und transluzid rot emailliert. Im Zentrum des scharnierten Deckels hochfeines, ovales Emailmedaillon, eingefasst von einem schmalen Goldrahmen mit polychromer Miniaturmalerei einer allegorischen Szene. Allseitig aufgelegte Goldbordüren mit aufgesetzten, transluzid emaillierten grünen Blattranken und Blüten aus opalesken Emailperlen auf mattiertem "sablè" Grund. Die Seiten zusätzlich dekoriert mit vier stilisierten Goldlisenen mit ovalen, transluzid emaillierten Medaillons verziert mit Zweigen in brauner Farbe an transluzid grün emaillierten Schleifen und Emailperlen.

Die allegorische Darstellung zeigt eine in Hermelin gehüllte Kaiserin mit blauer Schärpe und Lorbeerkrone, wie sie ihre Hände nach einem Buch streckt, das vor ihr geöffnet auf einem Sockel steht. Gehalten wird das Buch von Klio, der Muse der Geschichtsschreibung. Zur Rechten der Gekrönten befindet sich Minerva in Rüstung als Personifikation von Weisheit und Stärke. Zu ihren Füßen kniet ein Jüngling mit einem Hündchen in den Händen und Caritas, als Personifikation der Nächstenliebe. Vermutlich handelt es sich hier um die Darstellung der Kaiserin Maria Theresia von Österreich (1717-1780), die für ihr karitatives Verhalten und als große Herrscherin berühmt war. Ihre Herrschaft vereinigte und stärkte die österreichische Monarchie des 18. Jahrhunderts. Sie begründete das Haus Habsburg-Lothringen und stand als einzige Frau jemals an dessen Spitze.

Provenienz:
Alan and Simone Hartman Collection

Joseph-Etienne Blerzy ging ab 1750 bei François-Joachim Aubert in Paris in die Lehre - Aubert war auch sein Sponsor als er 1768 seine Meisterwürde erhielt. Blerzy lebte zu der Zeit am Pont au Change. Sein Geschäft trug den Namen Ville de Leipzick; das Haus wurde allerdings 1786 abgerissen und er zog in die Rue de la Monnaie. Vor 1805 muß Blerzy ein weiteres Mal umgezogen sein, denn er wurde in diesem Jahr in der Rue du Coq-St.Honoré 118 geführt; im folgenden Jahr wiederum wohnt er in derselben Straße im Haus Nr. 3. Kurz darauf ist Blerzy wohl verstorben, denn die Douet-Ausgabe von 1809 gibt an, dass unter dieser Adresse "BOISOT (la dame) VE.BLERZY Victoire" tätig sei und dass sie ihr Zeichen am 6. April 1808 eintragen ließ. Für das Jahr 1810 wird sie bei Azur unter derselben Adresse gelistet.
Quelle: The Wallace Collection, Catalogue of Gold Boxes, Charles Truman, London 2013, S. 336
Schätzpreis  39.000 - 60.000 €
Dies ist eine Losnummer aus einer früheren Auktion!

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