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143
Katalog Nr. 143
Katalog Nr. 143
Schätzpreis  32.000 - 40.000 €
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Janvier au Louvre, Höhe 475 mm

, circa 1800

Große, museale astronomische Audienz-Tischuhr mit 24-Stunden Zifferblatt und 10-Minuten-Hilfszifferblatt, Mondphase und Mondalter. Das Gehäuse wurde später gefertigt und ist nicht original.


Geh.: Mahagonifurnier, Sockel auf vier vergoldeten Füßen mit zwei seitlich sitzenden Sphingen. Ziffbl.: versilbert. Werk: rundes Messing-Vollplatinenwerk, Federhaus, Hakenhemmung, Pendel mit Fadenaufhängung, Stahlpendelstab und Messingpendellinse.

Michel Hayard beschreibt in seinem Werk über Antide Janvier eine ganz ähnliche Uhr, deren Gehäuseform aus dieser Zeit zum Standard für Janviers sogenannte "Audienz-Uhren" wurde. Die Funktion der 10-Minuten-Intervalle, die den Audienznehmern zur Verfügung stehen sollte, ist hier noch eher unauffällig in Gestalt des kleinen Hilfszifferblatts realisiert. Erst später wurde sie manchmal auf den großen Hauptziffernring verlegt. Im Vordergrund steht bei dieser Uhr ohnehin wohl mehr die astronomische Funktion in Form des kleineren Zeigers, der eine kleine sich drehende Metallkugel trägt, die - zur Hälfte gebläut - die Mondphasen anzeigt. Auf der versilberten Scheibe zwischen den Zeigern ist das Mondalter ablesbar. Der große Zeiger mit der Sonne weist auf dem zwei mal 12 Stunden-Zifferblatt die Stunde aus; die Minuten gibt er nur annähernd über die sechs Teilungen zwischen den vollen Stunden aus. Erst durch die Addition der 10-Minuten-Anzeige zur Anzahl der Teilungen ergibt sich die genaue Uhrzeit. Entsprechend schreibt Hayard: "Es ist gewiß nicht die am einfachsten abzulesende Uhr" (Michel Hayard, Antide Janvier, Seite 118).

Antide Janvier wurde am 1. Juli 1751 in Briva geboren. Er erlernte die Grundlagen des Uhrmacherberufes von seinem Vater Claude Étienne Janvier, der das Talent seines Sohnes erkannte und ihn frühzeitig förderte. Er wurde in Latein, Griechisch, Mathematik und Astronomie von einem örtlichen Abt unterrichtet. Bereits im Alter von fünfzehn Jahren konstruierte und fertigte er 1766 eine Armillarsphäre (Modell des Sonnensystems), die er der Akademie der Wissenschaften, Literatur und Kunst von Besançon vorstellte und die dort viel Bewunderung fand. Am 24. Mai 1768 wurde ihm dafür eine schriftliche Anerkennung von der Akademie der Wissenschaften überreicht.
Als Hersteller von komplizierten und schwierigen Uhren in allerhöchster Qualität, einschließlich vieler Pendulen, Globen, astronomischer Uhren, Sphären und Planetarien, erwarb sich Janvier schnell Anerkennung.
1783 fertigte er zwei Sphären für Ludwig XVI, daneben wurde er Uhrmacher des Bruders von Ludwig XVI, dem späteren König Ludwig XVIII. Während der Französischen Revolution verbrachte er wegen dieser königlichen Verbindungen viel Zeit im Gefängnis und geriet danach in finanzielle Nöte, da viele seiner Arbeiten nicht bezahlt wurden. Von 1789 bis 1801 entwarf und fertigte Antide Janvier eines seiner großten Meisterwerke: Eine Uhr, die eine Armillarsphäre antreibt.
Janvier fertigte auch Uhren für Abraham-Louis Breguet, welche dieser unter seinem Namen verkaufte. Unter dem Konsulat 1802 eröffnete er eine Schule für Uhrmacherei. Er wurde Hofuhrmacher des Königs Louis XVIII und gewann die Goldmedaille auf der Ausstellung 1823. Im Jahre 1825 wurde er Ritter der Ehrenlegion. Antide Janvier verstarb in Paris im Krankenhaus "Hôspital Cochin" 23. September 1835 um 8 Uhr morgens im Alter von 84 Jahren vollkommen vergessen in völliger Armut. Auf seiner Todesakte stand: "Antide Janvier, staatenlos", "Todesursache: Alter". Heute ist klar, was für ein ausserordentlicher Uhrmacher Antide Janvier war; Besançon und Saint-Claude ehren ihn mit Straßennamen. Die größte Sammlung seiner Meisterwerke, welche für die Öffentlichkeit zugänglich ist, befindet sich heute im Musée Paul-Dupuy in Toulouse.
#52294
Geh.: sehr gut, nicht original, später dafür gefertigt
Ziff.: sehr gut
Werk: sehr gut, gangfähig, Reinigung empfohlen

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