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Auktionen Dr. Crott 87. Auktion

217 Moritz Grossmann, Glashütte / Chronos Wien, Werk Nr. 7284, 58 mm, 176 g, circa 1870  Bedeutender, extrem seltener Glashütter Ankerchronometer mit Chronograph - sogenanntes “CHRONOSKOP” Geh.: Silber, glatt, Drücker für Chronograph bei “9”. Zffbl.: Email, radiale röm. Zahlen, gebläute Spade-Zeiger. Werk: 3/4-Platinenwerk, Durchmesser 50 mm, gekörnt, vergoldet, verschraubte Goldchatons, fein geschliffene, anglierte Chronographen-Stahlteile, Schaltrad, große Goldschrauben- Komp.-Unruh, Goldanker und -ankerrad, fein floral gravierter Unruhkloben. Carl Moritz Grossmann Carl Moritz Grossmann wird am 27. März 1826 in Dresden geboren, sein Vater ist Briefsortierer beim königlichen Hofpostamt in Dresden. Moritz wächst in bescheidenen Verhältnissen auf, doch erkennen seine Lehrer anhand seiner exzellenten schulischen Leistungen, dass in ihm wohl eine außerordentliche Begabung schlummert. Er erhält eine so genannte „Freistelle” und studiert - ebenso wie Jahre vorher Ferdinand Adolph Lange zwei Jahre lang an Dresdens Technischer Bildungsanstalt, dem Vorläufer der heutigen Technischen Universität. Im Jahr 1842 beginnt Grossmann bei Gottfried Friedrich Kumme (sen.) in Dresden eine Lehre als Uhrmacher, die er aufgrund seines Talents vorzeitig beenden darf. Nebenbei lernt er Englisch, Französisch und Italienisch. Während dieser Zeit befreundet sich Grossmann mit dem elf Jahre älteren Uhrmacher Lange. Beide sind ehrgeizig, tüfteln, möchten wissen, wie alles funktioniert und wollen Uhren bauen. Seine Wanderschaft führt Moritz Grossmann 1847 zunächst zum Chrono- metermacher Moritz Krille nach Altona, dann zum Hofuhrmacher Josef Bierganz nach München. Wenig später zieht es ihn in die Schweizer Uhrenmetropole La Chaux-de-Fonds, nach England, Frankreich, Dänemark und Schweden. Stets ist er auf der Suche nach weiterer Ausbildung und zusätzlichen Kenntnissen in seinem Fach. Erst 1854 kehrt er nach Dresden zurück, kurze Zeit später geht er in das 30 Kilometer entfernte Glashütte. Moritz Grossmann entwickelt dort den „Glashütter Drehstuhl” (eine kleine Drehbank für Uhrmacher), später konzentriert er sich auf den Ankergang der Uhren und die optimale Konstruktion der Chronometerwippe; er fertigt Präzisionswerkzeuge, Gangmodelle, feine Taschenuhren, Präzisionspen- deluhren und Seechronometer. Die Vielzahl der Aufgaben, denen sich Grossmann widmet, ist natürlich nicht ohne hochqualifizierte Mitarbeiter zu bewältigen. Er schafft es, ein Spezialistenteam mit den Uhrmacher- Koryphäen Ludwig Strasser und Carl Maucksch an sein Atelier zu binden. Das lässt ihn Zeit gewinnen, um sein Wissen nicht nur in eigenen Uhren umzusetzen, sondern es auch weiterzugeben. Er hält Vorträge, schreibt für in- und ausländische Fachzeitschriften und übersetzt Fachbücher wie beispielsweise Claudius Sauniers mehrbändiges Standardwerk „Lehrbuch der Uhrmacherei”. Im Jahr 1866 gewinnt Grossmann in London als erster Deutscher überhaupt einen vom British Horological Institute ausge- schriebenen Wettbewerb mit dem Werk “On the detached lever”. Moritz Grossmann engagiert sich auch sozial sehr vielseitig, gründet die Freiwillige Turnerfeuerwehr, den Glashütter Militärverein und setzt sich für die Eisenbahnverbindung ins Müglitztal ein. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratet er 1871 erneut. Aus dieser Ehe gehen drei Kinder hervor. 1876 wird er Abgeordneter im königlich­sächsischen Landtag. Er initiiert, konzipiert und gründet 1878 die Deutsche Uhrmacherschule in Glashütte, wird ihr erster Aufsichtsratsvorsitzender und findet noch Zeit, dort als Lehrer für Mathematik und Sprachen zu wirken. Grossmann stirbt kurz nach seinem Vortrag über „Die Einführung der Weltzeit” am 23. Januar 1885 in Leipzig an einem Gehirnschlag. Er wurde - wie übrigens tragischerweise auch sein Freund Lange - nur fast 60 Jahre alt. Nach Grossmanns plötzlichem Tod wird seine Glashütter Manufaktur aufgelöst. Wir bedanken uns bei Grossmann Uhren GmbH für den zur Verfügung gestellten Text. An important, extremely rare Glashuette lever chronometer with chronograph - so called “CHRONOSCOPE” Case: silver, polished, pusher for chronograph at “9”. Dial: enamel, radial Roman numerals, blued spade hands. Movm.: 3/4 plate movement, diameter 50 mm, frosted, gilt, screwed gold chatons, finely ground, bevelled chronograph steel parts, ratchet wheel, large gold screw compensation balance, gold lever and escape wheel, fine florally engraved balance cock. 36290  G/C: 2, 10 Z/D: 2 W/M: 2, 41, 51  35.000 - 50.000 EUR 44.800 - 64.000 USD 350.000 - 500.000 HKD

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