Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Auktionen Dr. Crott 87. Auktion

268 Repassé par H. Kreitz, St. Petersbourg, Höhe 450 mm, circa 1880 Astronomischer Präzisions-Tischregulator mit Vollkalender und Halbstunden- / Stundenschlagwerk Geh.: beige-grauer Marmor, rechteckiger Sockel auf sechs profilierten, vergoldeten Scheibenfüßen, im Zentrum hervorkra- gender quaderförmiger Aufbau mit Kalenderscheibe, flankiert von zwei seitlichen Anbauten mit Thermometern. Darüber das Uhrwerk mit Zifferblatt. Zifferblatt: Emailziffernring mit radialen röm. Stunden, signiert, Zentralsekunde, vertieftes Zentrum mit aufgesetztem Echappement und sichtbarer Brocot- Hemmung, Breguet-Zeiger, gebläuter Zentralsekundenzeiger. Kalenderblatt: Emailziffernring mit äußerer Monatsangabe, vertieftes Zentrum mit Mondphase, Tag- und Datumsanzeige, Sonnenzeiger. Thermometer: links für Centigrade, Skala von -20 bis +55  und rechts Réaumur Skala von -10 bis +45, sowie Temperaturanzeigen mit Angaben über die Temperaturwahr- nehmung und Bezeichnung Paris 1838. Werk: rundes Messing- pendulenwerk, 2 Federhäuser, 1 Hammer, 1 Glocke, Kurzpendel, zusätzliches Messingwerk für Kalenderfunktionen. An astronomical precision table regulator with full calendar and and half hour / hour self strike Case: beige grey marble, rectangular base on six moulded gilt disc feet; central protruding body with calendar disk flanked by lateral extensions with thermometers. Clock in the top part. Dial: enamel chapter ring with radial Roman hours, signed, centre seconds, sunk center with applied escapement and visible Brocot escapement, Breguet hands, blued centre seconds hand. Calendar Dial: enamel chapter ring with outer indication of the month, sunk centre with indications of moonphase, day and date, sun hand. Thermometers: Celsius scale from -20 to +55 on the left, Réaumur scale from-10 to +45 on the right; indicators for temperature reception, notation Paris 1838. Movm.: round brass clock movement, 2 barrels, 1 hammer, 1 bell, short pendulum, additional brass movement for calendar indications. 36600  G/C: 3, 17, 32 Z/D: 2 W/M: 2, 30, 41  1.700 - 3.000 EUR 2.200 - 3.900 USD 17.000 - 30.000 HKD 269 Fowler & Denkel in Friesenhagen, circa 1992 Hochfeine Bodenstanduhr signiert Fowler & Denkel in Friesenhagen mit einem 4-Stundenzifferblatt nach Benjamin Franklin und Zeigerverstellmechanismus nach Peter Kinzing Neuwied, mit ewigem Kalender, und mit einem neunstäbigen Kompensationspendel, Höhe 2130 mm Diese Uhr entstand als eine Rekonstruktion in Anlehnung an die obeliskförmigen Bodenstanduhr Regulatoren von David Roentgen und Peter Kinzing in Neuwied mit einigen eigenen zusätzlichen Funktionen, die stilistisch zu der Uhr passen. Die Dimensionen des Zifferblatts, des eigenartigen Zeigerwerks, des Räderwerks, der Scherenhemmung und des Pendels entsprechen denjenigen der Uhren, die Kinzing um 1785-1790 in Neuwied baute und meistens in Gehäusen von David Roentgen geliefert wurden. Die Anzeige des Wochentags und Datums mit ewigem Kalender sind bis jetzt in Franklin- Uhren von Kinzing nicht bekannt, obwohl der Zeitgenosse Jacob Klug in Mainz in Franklin-Uhren mit Datumsanzeige, allerdings nicht mit ewigem Kalender baute. Diese Art ewiger Kalender hat auf dem Datumsrad ein konzentrisches Rad mit 48 Zähnen für die Monate eines vierjährigen Zyklus zwischen Schaltjahren und einquasi sich nach Monatslänge entsprechend verlängernder Hebel. Das System war in deutschsprachigen Ländern während der 2. Hälfte des 18. sehr verbreitet (z.B. in Uhren von Johann, und Weidenheimer in Mainz, Steib, und Pfeffer in Würzburg, u.v.a.). Obwohl von Kinzing keine Uhren mit dem System bis jetzt bekannt sind, wurde es von Pillgrim in Kaub, Schwiegersohn von Kinzing, in einer Tischuhr verwendet, sowie von dem kurfürstlichen Trierer Hofuhrmacher Jean Pull in Ehrenbreitstein, beide aus der unmittelbaren Gegend, verwendet, und ist sicherlich den Neuwieder Uhrmachern geläufig gewesen. Der Zeigerverstellmechanismus, der die Position des kleinen Stundenzeigers in dem Ausschnitt des großen Minutenzeigers steuert, erzeugt mittels einer Kurvenscheibe eine lineare Bewegung des kleinen Zeigers für die Stundenidentifikation. Die Kurven- scheibe befindet sich auf einem Zackenrad, das auf einer Platte befestigt ist, die hinter dem Zifferblatt fest mit dem großen Zeiger rotiert. Das Zackenrad wird alle 4 Stunden von einem feststehenden Stift auf der Vorderplatine 2 Stufen weitergeschaltet und somit auch die Kurvenscheibe, die 2 Stifte auf einer ebenfalls auf der Platte gelagerte Schiene vorschieben, die in Verbindung mit dem kleinen Stundenzeiger stehen. Die Kurvenscheibe ist so geformt, dass der kleine Zeiger and die Schiene nach dreimaligem Umlauf des großen Zeigers in die Ausgangsposition um 12.00 zurückfällt. Durch den Einsatz zweier Miniaturrollen auf den Stiften wurde versucht die Gleitreibung durch Rollreibung zu verbessern. Die Dimensionen eines originalen Pendels von einer Kinzing Franklin Uhr wurden nachgerechnet, um festzustellen, ob sich tatsächlich die temperaturbedingte Längen- veränderungen der Stäbe gegenseitig ausgleichen. Das Pendel entspricht in seiner Bauweise einem zeitgenössischen französischen Kompensationspendel erster Güte wie von Berthoud oder Lepaute verwendet. Die ungewöhnliche Ausführung der sogenannten Scherenhemmung von Kinzing wurde genau rekonstruiert. Der lange Arm, der unten die Hebeflächen der Hemmung trägt, ist ganz oben und das Hemmungsrad unten im Werk gelagert. Typisch auch für Kinzing wurde das Stiftenrad aus vollem Messing angefertigt. Normalerweise, z.B. in franzö- sischen Uhren mit Stiftenrädern, besteht das Stiftenrad aus einer Scheibe mit einge- setzten Stiften. Die Herstellung eines Rads aus vollem Messing ist gar nicht aufwendig und vielleicht genauer. Die strenge, geradlinige Gestaltung des obeliskförmigen Gehäuses von Roentgen war für die Zeit um 1785 bahnbrechend und bestechend und durch die Auswahl edles Wurzelholzfurniers und vergoldeten Messingapplikationen wurde versucht, diesen Eindruck zu bewahren. Heute sind 14 mit Roentgen & Kinzing signierte Franklin Uhren sowie einige entweder unsignierte oder mit anderen Namen versehene Uhren dokumentiert. Obwohl einige wenige andere Typen Franklin-Uhren aus der 2. Hälfte des 18. und Anfang des 19. Jh. bekannt sind, sind wohl die Neuwieder Franklin-Uhren die einzigen, die jemals in Serie gebaut wurden. Um 1780 –1785 etablierte sich Roentgen in Paris als Ébeniste in den höchsten Kreisen zu einer Zeit, als Benjamin Franklin sich auch hier aufhielt und eine hoch angesehene Persönlichkeit war. Franklin war als Staatsmann, Natur- wissenschaftler und Erfinder auch in Deutschland berühmt. Die von ihm entworfene Uhr wurde in den Mechanical Exercises von James Ferguson 1773 veröffentlicht, und diese Schriften wurden in gebildeten und interessierten europäischen Kreisen bald weit verbreitet; vielleicht gehörte der damalige Graf zu Wied auch dazu. Vermutlich entwickelte Roentgen und Kinzing diese Uhrenart (mit bedeutenden Raffinessen) für eine wohlhabende Klientel, die damit ihre Bekanntschaft mit den Ideen Franklins zeigen konnte. Allerdings haben die Neuwieder Franklins ursprüngliches Konzept einer einfachen Uhr in eine Präzisionspendeluhr mit ruhender Hemmung, einem Kompen- sationspendel und einem zusätzlichen Zeigermechanismus in einem hochmodernen Gehäuse im klassizistischen Stil verwandelt. Als die ersten Franklin Uhren gegen 1785 zum Verkauf fertig waren, kam Paris wegen des Staatsbankrotts und der anbahn-

Pages