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Auktionen Dr. Crott 88. Auktion

252* Frères Rochat / Georges Rémond & Compagnie à Genève, 85 x 60 x 28 mm, circa 1815 Museale, bedeutende, halbperlenbesetzte Goldemail Singvogeldose mit Automat, Musikspielwerk und Uhrwerk mit Viertelstundenrepe- tition für den chinesischen Markt “Vertumnus und Pomona” - mit originaler, mit grünem Samt ausgeschlagener Schatulle Geh.: 18Kt Gold und Email, dritte Goldstandardmarke für Genf 1809-1814. Gehäuseherstellerpunze “IGRC” in einer Raute (Jean-Georges Rémond & Compagnie à Genève) und “FR” im Oval (Frères Rochat) auf der Rückseite des Singvogelmechanismus. Rechteckige Dose mit abgerundeten Ecken, allseitig mit Blüten- und Blätterdekor guillochiert und transluzid kobaltblau und opak schwarz emailliert, eingefasst von weißen, schwarzen und blauen Champlevé Bordüren mit geometrischem Dekor, der Gehäusedeckel mit Halbperlen besetzt. Im Zentrum ovaler, perlengerahmter Ausschnitt mit opak polychromer Emailplakette zum Abdecken des Singvogelautomaten und bunt gefiederten Vogels mit beweglichem Kopf, Flügeln, Schnabel und Schwanz vor durchbrochen gearbeiter, gravierter, konkaver Goldplatte, welche den Vogel in seiner Spiegelung vergrößert. Die Emailplakette mit hochfeiner Miniaturmalerei der römischen Gottheiten “Vertumnus und Pomona”, einem beliebten Sujet aus Ovids Metamorphosen. Die Szene nach einem Stich von Cornelis Vermeulen (1644 - 1708), bzw. nach einem Gemälde von Antoine Coypel (1661-1722), zeigt Vertumnus in Gestalt einer runzligen Alten bei der scheuen Pomona. Die abgerundeten Ecken mit Akanthusblütendekor in weißem und schwarzem Champlevé Email. Vorderseite mit perlengerahmtem Zifferblatt, im Boden Schieber zum Auslösen der Viertelrepetition. Scharnierte Frontplakette, darunter floral gravierte Goldplatte mit Aufzugs- und Stellvierkant, sowie Regulierstell- schraube für die Uhr. Auf der linken Seiten scharniertes Schlüsselkom- partiment. Zffbl.: weißes Email, radiale röm. Stunden, Zentralsekunde, gebläute Spade-Zeiger. UhrWerk: rechteckiges Messingformwerk, fliegendes Federhaus, Zylinderhemmung, dreiarmige Goldunruh, 2 Hämmer / 2 Tonfedern. SingvogelWerk: rechteckiges Messingformwerk, Kette/Schnecke, Blasebalg, acht Kurvenscheiben und eine Pfeife mit verschiebbarem Kolben für die Modulation der Melodie des Singvogels, die Kurvenscheiben rotieren vier Mal während der Melodie und verschieben sich um eine Stellung nach jeder Rotation, was eine längere Dauer der Melodie gewährleistet. Kurvengesteuerte Anhebung der Plakette und des Singvogels, Werk mit fünf Rädern, Endrad mit Exzenterbüchse zur Regulierung des Öffnens und Schließens. Der komplizierte Mechanismus gestattet eine präzise und tempogenaue Anhebung des Vogels und der Plakette. MusikspielWerk: Messing vergoldet, Stiftenwalze, zwei Kämme mit je acht Vibrationsblättern. “Vertumnus und Pomona” Die Gestaltung der Sage durch Ovid wurde zum beliebten Sujet zahlreicher Maler der Neuzeit. Pomona war die römische Göttin der Baumfrüchte und die Frau von Vertumnus, dem Gott der Jahreszeiten und das Pflanzenwachstums, sowie der Gärten und Obstbäume. Vertumnus schleicht sich in Gestalt einer runzligen Alten bei der scheuen Pomona ein, die nur das Pfropfen der Bäume im Sinn hat und nichts dergleichen von Männern. Er schmust eine Weile mit ihr und verweist dann auf eine Ulme, die von einer reichlich Trauben tragenden Rebe umrankt ist, und meint, dass dieser Baum ohne die Rebe alleine stehe und niemand Anlass finde, ihn aufzusuchen, gäbe es nicht die Trauben der Rebe. Umgekehrt: Was wäre die Rebe ohne den Baum, an den sie sich anschmiegen und an ihm emporranken kann, der ihr Schutz und zuver- lässigen Halt gibt? Dann wirft er ihr vor, dass sie sich an der Rebe kein Beispiel nehme und alle Bewerber verschmähe, und beginnt schließlich das Loblied des Vertumnus zu singen, was für eine edle Seele das sei, treu, schön und gebildet, ein Gott noch dazu und so weiter. Als er sich schließlich in seiner wahren Gestalt zeigt, ist Pomona vom Schwall seiner Beredsamkeit derart hingerissen, dass sie für seine Tätlichkeiten keinerlei Widerstand mehr aufbringen kann. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pomona, Stand 13.09.2013. Georges Rémond & Compagnie Jean-Georges Rémond war Goldschmied in Genf und hat den Archiven zufolge von 1783 bis etwa 1815 bzw. 1820 dort gearbeitet. Er benutzte sein Meisterzeichen zum ersten Mal im Jahr 1783, nachdem er am 22. Dezember den Meistertitel erhalten hatte. Er gründete wahrscheinlich sieben Jahre später die Firma Georges Rémond & Cie. Später wurde die Firma in Rémond, Mercier, Lamy & Cie umbenannt. Während der Besetzung der Schweiz durch Napoleon benutzte Rémond seine Initialen in einer Raute als Signatur, wie es den Gesetzen des neu gegründeten französischen Départements Léman entsprach. Frères Rochat Die Brüder Ami Napoleon und Louis Rochat arbeiteten zwischen 1810 und 1835 in der Rue de Countenance 45 in Genf. Sie waren von ihrem Vater Pierre Rochat in der familieneigenen Werkstatt in Chet Meillan an Brassus in der Schweizer Region Vallee de Joux ausgebildet worden. Die Brüder arbeiteten anfangs für Jaquet-Droz und Leschot; nachdem sie ihr Vermögen in Immobilienspekulationen verloren hatten, zogen sie 1815 nach Genf und kamen dort erneut zu Wohlstand, indem sie diese kleinen Wunderwerke der Mechanik herstellten. Sie wurden von Kennern in höchstem Maße geschätzt und an die wichtigsten Höfe Europas verkauft. Ami Napoleon Rochat war der ältere der Brüder und spezialisierte sich auf Singvogel-Spieldosen, die den Ruf der Rochats weltweit etablierten. Das Werk war absolut perfekt, wobei besonders der Gesang, die höchste Komplikation und die Kleinheit des Mechanismus zu erwähnen sind - der Vogel öffnet seinen Schnabel und dreht den Kopf während er singt. Provenienz: Diese bedeutende Singvogeldose war Bestandteil der berühmten Lord Sandberg Sammlung und ist beschrieben und abgebildet in: Terence Camerer-Cuss “The Sandberg Watch Collection”, Genf 1998, S. 296-297.

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