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Auktionen Dr. Crott 90. Auktion D

68 Johann Heinrich Seyffert, Dresden, Nr. 4, Höhe 1310 mm, circa 1800 Deutsche Sekundenpendeluhr von außergewöhnlicher histori- scher Bedeutsamkeit für die Epoche der Präzisions-Zeitmessung in Dresden Geh.: profiliertes schwarzes Uhrengehäuse mit getreppter Basis und gewölbtem Giebelabschluß; einteilig gefederte Fronttür- und dreiteilige Seitenverglasung, jeweils mit vergoldeten Zierleisten. Zffbl.: versilbertes Regulatorzifferblatt mit großer oben liegender kleiner Sekunde und segmentförmigem Ausschnitt für digitale Stundenanzeige I-XII; gebläute Stahlzeiger für Zentralminute und Sekunden; signiert: Nr. 4 J.H. Seyffert 1800. Werk: Gewichtsantrieb nach Huygens über vorneliegende Schnur- rolle mit Gesperr; schmales, massives 4-Pfeiler-Messingwerk mit nur vier Rädern; Graham-Hemmung; gefirnisstes Holzpendel mit schwerer Messing-Pendellinse an Federaufhängung. Begehrtes und kostbares Sammlerstück von insgesamt ca. zehn Präzisionspendeluhren mit eigener Nummerierung. Ein vergleich- bares Objekt stellt die astronomische Bodenstanduhr Nr. 5 um 1801 dar, die sich in der Sammlung des Mathematisch-Physikali- schen Salons im Dresdner Zwinger befindet. Johann Heinrich Seyffert (1751-1817) Er war zu seiner Zeit wohl der bedeutendste Uhrmacher Sachsens, obwohl er vermutlich keine Meisterprüfung ablegte. Nach dem Tod seines Vorgängers Köhler wurde Seyffert Anfang 1801 Inspektor des Mathematisch-Physikalischen Salons. Seyffert gilt als “heimlicher und unernannter” Hofuhrmacher König Friedrich August I., welcher auch verhinderte, dass die Dresdener Kleinuhrmacherinnung ihn wegen seines mangelnden Ausbildungsnachweises die Ausübung des Handwerks unter- sagten. Seyffert verkaufte die meisten seiner Uhren an die königliche Familie, Wissenschaftler und Forscher. So verkaufte er beispielsweise einen bedeutenden Taschenchronometer von bemerkenswerter Ganggenauigkeit an Alexander von Humboldt. Quelle: Reinhard Meis “A. Lange & Söhne”, München 1997, Seite 18ff. Die herausragende Bedeutung des heimlichen Hofuhrmachers Johann Heinrich Seyffert, der die meisten seiner Uhren an die Familie des Kurfürsten und späteren Königs Friedrich August I. verkauft hat, spiegelt sich in der Publikation “Dresden - in der Geschichte der Uhrmacherei” (Erinnerungsausgabe zum 50 jährigen Jubiläum der Firma Robert Pleissner, Dresden 1924) von Paul Pleissner (S.14) wieder: “In der Kette der Entwicklung der Dresdner Uhrmacherei tritt uns zu Beginn des 19. Jahrhunderts vor allem ... Johann Heinrich Seyffert entgegen. ... Seyffert war gleichfalls eigener Pfadfinder in der Uhrma- cherei... . War er für seine Zeit der unernannte Uhrmacher des Hofes, und kam selbst Alexander von Humboldt zu ihm, um Seyffertsche Chrono- meter als Beobachtungsuhren mit auf seine Reisen zu nehmen, so ist heute kein Zweifel, dass Dresden zu seiner Zeit keinen geschulteren und höherstrebenden Uhrmacher besaß als ihn. Er pflegte nur die technisch höher entwickelte, namentlich wissenschaftlichen Arbeiten dienende Uhr. Zu diesem Zwecke mühte er sich stets um vollkommenste Hemmungen. Allen Schmuck am Werke war er abhold. Er stand mit den bekanntesten französischen Uhrmachern, so mit dem Hause Breguet, in Verbindung. Die wenigen erhaltenen Arbeiten aus seiner Hand .... sind durchweg vornehme Arbeiten, die eine ernstere fachtechnische Ausbildung förmlich voraus- setzen.” Abgebildet und beschrieben in Reinhard Meis, “100 Jahre Uhrenindustrie in Glashütte von 1845 bis 1945”, Band I, München 2011, Seite 28f. 39529 G: 2, 16 Z: 2, 8 W: 2, 8, 41, 51 60.000 - 80.000 EUR 75.000 - 100.000 USD 600.000 - 800.000 HKD

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