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Auktionen Dr. Crott 91. Auktion

507 Meistermarke “PRT” Paulus Rosentreter, Nürnberg, 63 mm, 262 g, circa 1560 Bedeutende, seltene, große Halsuhr mit Stundenselbstschlag und Stackfreed Geh.: feuervergoldet und Silber, Rückseite reich floral durchbrochen gearbeitet, randseitig graviertes, geometrisches Dekor, graviertes, silbernes Mittelteil mit durchbrochen gearbeitetem Bänderdekor. Zffbl.: Silber, randseitig graviertes florales Dekor, radiale röm. Zahlen, zentrale gravierte Landschaftsszene mit Figurenstaffage, Fluss und Burg, gebläuter Stahlzeiger. Werk: feuervergoldetes Messing-Vollplatinenwerk, punziert “PRT”, Spindelhemmung, Stackfreed, Löffelunrast mit Schweinsborstenregulierung, innenverzahnte Schloßscheibe, 1 Hammer auf Bodenglocke. Ganz deutlich stellt diese Nürnberger Uhr einen Übergang von dem in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts vor allem in Süddeutschland üblichen “horologium ferreum”, also der werkmäßig völlig aus Eisen bestehenden Halsuhr, zu den französischen Konstruktionen dar, die schon partiell den Werkstoff Messing bzw. vergoldetes Messing verwendeten. “Die ersten erhaltenen deutschen Halsuhren”, schreibt Klaus Maurice, “haben stets das Stackfreed als Kraftausgleich; es erlaubte die Uhren flacher zu bauen. Die Stackfreed – Uhren haben nur geschlossene Platinen.” Die Signatur um das bei der 12 auf die Rückplatine gepunzte Meisterzeichen lautet “PRT”; wir entziffern das klar als “Paul(us) RosenTretter”, da das in der Punze gezeigte Bild deutlich einen Rosenzweig mit Blättern und großen Blüten erkennen lässt, der kreisförmig um einen Schuh oder Stiefel gewunden ist (besonders gut sichtbar, wenn man die Punze auf den Kopf stellt); inwieweit die Gebilde über der Schuhöffnung und am hinteren Rand des Schuhs als zugehöriger Zierart zu betrachten sind, wird noch zu klären sein. Es ist schon beeindruckend, von welcher Feinheit die handgefeilten, eisernen Zahn-und Kronräder dieser Uhr sind, aber noch mehr ist man erstaunt, wenn man die Einzelheiten ihrer Werks- und Schlagwerks- Konstruktion betrachtet, deren Herstellung keine fünfzig Jahre von den Arbeiten eines Peter Henlein entfernt ist; keine 20 Jahre liegen zwischen der frühest- bekannten deutschen Meistermarke des Nürnbergers Caspar Werner von 1548 und dieser Punze seines Landsmannes “Paulus Rosentretter”, der 1566 das Nürnberger Bürger- und Meisterrecht erhielt: “Paulus Rosentretter, Cleinvhrmacher, ist maister worden adi 24. November 1566”. Sehr lange konnte er sich daran allerdings nicht erfreuen: Er starb keine 12 Jahre später, am 23. Mai 1578, bestimmt noch keine 40 Jahre alt. Nur zwei Jahre vor ihm war Hans Sachs, Schuhmacher, Meistersinger und Dichter, zu Grabe getragen worden, was nichts anderes heißt, als dass unsere Uhr bereits Zeitgenossin dieses berühmten Nürnbergers war; und im Moment ist sie das einzige bekannte, noch existierende Exemplar aus den Händen dieses Meisters, denn eine bei Heinrich Lunardi erwähnte Monstranzuhr aus Bergkristall mit der Punzung “PR”, die laut Autor eventuell Paulus Rosentreter zugeschrieben werden könnte – heute in der Sammlung für Plastik und Kunstgewerbe des Wiener Kunsthistorischen Museums unter No. 1392 – ist vermutlich Augsburger Provenienz, stammt mit Sicherheit aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts und kommt so für eine Zuschreibung nicht in Frage. 40455  G: 2, 10 Z: 2 W: 3, 4, 16, 41, 51  27.000 - 35.000 EUR 29.800 - 38.500 USD 243.000 - 315.000 HKD

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