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Auktionen Dr. Crott 92. Auktion

220 Michael Hoffrichter, Augustae Vindelicorum (Augsburg), Durchmesser 36 mm, 48 g, circa 1680 Museale, bedeutende, einzeigrige Gold und Email Anhänge- Spindeltaschenuhr bemalt mit dem Portrait einer Dame Geh.: 20Kt Gold und polychromes Email. Auf der Rückseite im Punktierstil gemaltes Portrait einer zeitgenössisch gekleideten Dame im “spanisch anmutenden Kostüm”, mit rotem, bordürenverziertem Seidenrock, einem braunen, mit blauen Schleifen verzierten Oberteil und brauner Samtschleppe mit grünem Innenfutter. Sie trägt eine weiße Spitzenhaube mit blauer Schleife und Schleier, Perlohrringe und lange Handschuhe. Ihr sehr tief geschnittenes Dekolleté wird geschmückt von einer Perlenkette. Mit ihrer rechten Hand hält sie einen ausgebreiteten Fächer empor, mit ihrer linken auf HüftHöhe eine schwarze Theatermaske. Sie sitzt in einem Park neben einem Piedestal, auf dem eine Schale mit Blumen steht. Im Hintergrund eine Parklandschaft mit Baumallee. Der Gehäuserand ist durch Sommerblütenbouquets unterteilt in vier Kartuschen mit ländlichen Szenen: Reiter, Wandersmann und zwei Schäferdarstellungen. Im Innendeckel polychrome Darstellung der Venus in einem von Tauben gezogenen Wagen, begleitet von ihrem Sohn Amor mit Liebespfeil, der mit seiner rechten Hand die Zügel hält, nach einer Gravur des niederländischen Malers, Radierers und Mezzotintostechers Gérard de Lairesse (1641-1711) von circa 1675. Zffbl.: Gold, Champlevé, eingelegte radiale röm. Zahlen, Halbstunden-Einteilung; im Zentrum Blumenranken, gebläuter Stahlzeiger. Werk: Vollplatinenwerk, Schlüsselaufzug, vergoldet, signiert, Schnecke mit früher Kette, aufgesetztes Wurmrad, Balusterpfeiler, vier-Räder-Werk mit Spindelhemmung und Stahlunrast ohne Spirale, durchbrochen gearbeiteter, silberner Unruhkloben mit Ovalmuster, graviert mit Ranken, Schneckenrad-Konstruktion mit durchbrochen gearbeiteten gebläuten Stahlbügeln und gravierter silberner Stellscheibe. Bei dieser Uhr handelt es sich um eine Augsburger Arbeit. Nicht nur das Uhrwerk stammt daher, sondern auch die fein ausgeführte Malerei. Obwohl der Künstler, der diese Uhr bemalte uns nicht bekannt ist, repräsentiert sie doch die hohe Kunst der deutschen Emailmalerei Ende des 17. Jahrhunderts. In einer neueren Abhandlung über Augsburger und Genfer Emailmalereien des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts (“Les arts du feu à Augsbourg et à Genève 1680-1710”) schreibt Hans Boeckh, ehemaliger Kurator des Patek Philippe Museums in Genf, dass es neben den großen Emailmalerei Hochburgen, wie Genf, Blois oder Paris noch ein weiteres Zentrum in Augsburg gab und man durchaus von einer eigenen “Augsburger Schule” sprechen kann. Beispiele hierfür finden sich allerdings höchst selten, nicht mehr als eine Handvoll Uhren haben überlebt. Die in Augsburg verwendete Ikonographie unterscheidet sich jedoch dahingehend, dass man in Genf, Blois oder Paris auf

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