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Auktionen Dr. Crott 92. Auktion

222 Pierre Lagisse, Genf (Uhrmacher) und Pierre Huaud I., Genf (Emailleur), Durchmesser 33 mm, circa 1660-1670 Museale, bedeutende Gold und Email Spindeltaschenuhr bemalt mit dem Portrait der Königin Anna von Österreich, genannt Anne d’Autriche, Mutter des noch minderjährigen Ludwig XIV., Regentin von Frankreich nach einem Gemälde von Pierre Mignard Geh.: Goldemail, erhabener Rand im Hochrelief verziert mit pastellfarbenen Blüten und Ranken in feiner Emailmalerei; das Portrait selbst ist im Punktierstil gemalt und von einer Kordelbordüre im Stil des Randes umrahmt. Innen mittige Abbildung eines Herrn in klassischer Bekleidung (möglicherweise eine Darstellung Ludwigs XIV. in einem Theaterkostüm) auf türkisfarbenem Grund, umgeben von einer Grisaille-Bordüre. Zffbl.: weißer Emailziffernring, schwarze röm. Ziffern und Halbstunden-Einteilung; im Zentrum Blumenranken im Stil des Gehäuserahmens, gebläuter Stahlzeiger mit Kugelenden. Werk: Vollplatinenwerk, vergoldet, Schnecke mit früher Kette, Schneckenrad, Spindelhemmung mit Stahlunruh ohne Spirale. Durchbrochen gearbeiteter Unruhkloben mit Ovalmuster, graviert mit Ranken umrahmt von einer Bordüre aus Goldgranulierungen. Schneckenrad-Konstruktion mit durchbrochen gearbeiteten gebläuten Stahlbügeln und gravierter silberner Stellscheibe. Pierre Lagisse Bei Pierre Lagisse handelt es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um Pierre Didier Lagisse, Genf und Isfahan, gestorben 1679. Lagisse ist in offiziellen Unterlagen der Jahre 1660 und 1664 mit Sitz in Genf vermerkt. Es scheint als habe er sich später in Isfahan niedergelassen, aber weiterhin Klein- und Großuhren geordert - eventuell über seinen Sohn Pierre, den Jüngeren. Ein anderes bekanntes Beispiel seiner Arbeit ist eine Uhr in einem vergoldeten Metall- und Emailgehäuse, die wahrscheinlich für den persischen Markt hergestellt wurde und große Ähnlichkeiten zu Stücken aufweist, die Pierre Huaud I. zugeschrieben werden. Pierre Huaud I. (der Vater), Genf (1612-1680) Pierre Huaud I. wurde in Chatellerault in Frankreich als Sohn des französischen Goldschmieds Jean Huaud geboren; er floh im Jahr 1630 im Alter von 18 Jahren nach Genf, was darauf hinweist, dass er seine Ausbildung wahrscheinlich bei seinem Vater oder einem anderen französischen Goldschmied begonnen hat - einige Quellen vermuten, dass dies in Blois gewesen sein könnte und dass er seine Lehrzeit bei Legere absolvieren musste, um in Genf die Meisterwürde erlangen zu können. Er begann die Lehre bei Laurent Legere 1630 und wurde im Jahr 1634 Geselle, 1636 dann Meister. 1643 heiratete er Francoise Mussard; unter den Kindern des Paares waren drei Söhne, die später den Beruf des Emailleurs ausübten - Pierre II. (1647-1698), Jean-Pierre (1655-1725) und Ami (1657-1724). Im Jahr 1671 erhielten Pierre I. und seine drei Söhne die Bürgerrechte der Stadt Genf. Es gibt heute augenscheinlich nur ein einziges Uhrengehäuse, das die Signatur von Pierre Huaud I. trägt; es handelt sich hierbei um eine Uhr in Form eines Kreuzes, die sich als Teil der Sammlung Dr. E. Gschwind im Museum Haus zum Kirschgarten in Basel befindet (dargestellt und beschrieben in “Montres de Geneve”, 1978: Katalog einer Ausstellung in Genf, Nr. 7). Die Signatur lautet “P Huaud pinxit a Geneve”. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von charakteristischen Merkmalen, die Huauds Arbeit kennzeichnen; zusammen mit den Datierungen und den Namen von Uhrmachern der Zeit lassen sich die meisten Werke relativ eindeutig zuordnen. Einige der von Pierre I. eingesetzten Techniken sind: a) kleine Blüten als Haupt- oder Nebenornamente b) ein türkisfarbener Emailgrund c) transluzide grüne oder blaue Emaillierung auf einem Hintergrund in Flinqué-Technik d) bisweilen die Verwendung von Landschaftsmalerei oder im Hochrelief emaillierter Grund e) Opake oder transluzide Champlevé-Emaillierung innerhalb eines gravierten Feldes Außerdem verwendete Pierre I. anscheinend regelmäßig einen lebhaften orangefarbenen Farbton und liebte es, einen Teil seiner Motive in einer schwarz-weißen Umrahmung darzustellen. Es existieren mehrere Gehäuse seines ältesten Sohnes Pierre II., die einige der aufgeführten Merkmale aufweisen - die Qualität der Arbeit und die Datierung bestätigen jedoch, dass es sich hier um eine Arbeit des Vaters handelt. Provenienz: Sammlung Ralph Bernal, London, vor 1855. Paul Van Cuyck, Paris, vor 1866. Verkauft bei Christie & Manson: “Catalogue of the celebrated collection of works of art from the Byzantine period to that of Louis Seize of that distinguished collector Ralph Bernal, Esq., Deceased (Messrs Christie & Manson at the Mansion, No 93 Eaton Square commencing on Monday, March the 5th 1855. Lot 3933. Thursday April 26th, 1855, Twenty- ninth day’s sale, WATCHES.)”. (“Katalog der berühmten Sammlung von Kunstobjekten aus byzantinischer Zeit bis Louis Seize, des verstorbenen angesehenen Sammlers Ralph Bernal, Esq. (Christie & Manson im Haus Nr. 93, Eaton Square, beginnend am Montag, den 5. März 1855. Lot 3933. Am Donnerstag, den 26. April 1855, 29. Tag des Verkaufes, UHREN)”.)

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