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Auktionen Dr. Crott 92. Auktion

Gekauft für 11 Guineen von Van Cuyck in Paris. Mit größter Wahrscheinlichkeit handelt es sich hier um Paul Van Cuyck, der etwa 1865 verstarb und dessen Sammlung von Druout in Paris im Februar 1866 verkauft wurde. Die vorliegende Uhr war nicht Bestandteil des Verkaufs, der eine Reihe von verschiedenen Zeitmessern und viele weitere Kunstobjekte verschiedenster Art beinhaltete. Ralph Bernal war ein englischer Politiker und galt als einer der größten Sammler des 19. Jahrhunderts; nach seinem Tod im Jahre 1854 erwarb das Britische Museum zahlreiche Stücke aus seiner Sammlung bei einer Auktion. Bernal wurde am 2. Oktober 1783 in Colchester geboren und ging in die Schule des Reverend John Hewlett in Shacklewell in Hackney; er studierte am Christ’s College in Cambridge und machte 1806 bzw. 1809 seine Abschlüsse als BA und MA. Bernal wurde 1804 in die Lincoln’s Inn Anwaltskammer aufgenommen und erhielt am 8. Februar 1810 seine Gerichtszulassung. Er entschied sich jedoch für eine politische Karriere und wurde 1818 ins Unterhaus gewählt. Im Laufe der Jahre war Bernal als Liberaler der Abgeordnete verschiedener Wahlkreise (Lincoln, Rochester, Weymouth), bis er sein Mandat 1852 in Rochester verlor. Er war ein begeisterter Sammler von Glasobjekten, Tafelgeschirr, Keramik und Miniaturen; sein Einkommen bezog er aus Ländereien auf den Westindischen Inseln, die er 1810 geerbt hatte. Im Jahr 1853 wurde Bernal Präsident der British Archaeological Society. Bernal, der zweimal verheiratet war, starb am 26. August 1854 in seinem Haus am Eaton Square 93 in London. Der von H.G. Bohn herausgegebene Führer “A Guide to ...Pottery, Porcelain and other Objects of Vertu etc.” (London 1857) enthält den vollständigen Katalog zum Verkauf einschließlich Preisen und Käufernamen. Bei Lot Nr. 3933 handelt es sich um die vorliegende Uhr. Nach Bernals Tod lehnte die britische Regierung den Vorschlag der Society of Arts ab, seine Sammlung als Ganzes zu übernehmen; stattdessen wurde sie 1855 in 4.294 Lots in einer Auktion von Christie & Manson veräußert. Der Verkauf enthielt insgesamt 136 frühe Groß- und Kleinuhren; davon wurden 28 vom Marlborough House erworben - jener staatlichen Sammlung, die 1899 in Victoria & Albert Museum umbenannt wurde und in der sich die Stücke auch heute noch befinden. Insgesamt kaufte das Museum etwa 730 Objekte; weitere gingen an das British Museum. Ikonografie: Das Bildnis stellt mit Sicherheit Anna von Österreich dar, die Gemahlin Königs Ludwig XIII., nach einem Portrait von Pierre Mignard I. Es gibt noch weitere Portraits von Königin Anna in ähnlicher Kleidung und Haltung von Mignard und aus seinem Kreis, welche später als Stiche reproduziert wurden. Es ist unwahrscheinlich, dass der Emailleur Zugang zu einem der Originalgemälde hatte - er arbeitete sicher nach einem dieser Stiche. Es gibt zwar mehrere Künstler, die diese Werke anfertigten, es ist jedoch anzunehmen dass hier nach einem Stich von Robert Nanteuil (datiert auf 1660) oder Antoine Masson (datiert auf 1665) gearbeitet wurde; beide Künstler waren in Paris tätig. Das hervorstechende Merkmal beider Stiche sind die großen Perlenornamente, die das Kleid an den Schultern und der Brust verzieren. Der Stich von Nanteuil ist offensichtlich ein Spiegelbild - nicht ungewöhnlich, da die Platte als genaue Kopie des Originals graviert wurde; Massons Vorlage dagegen wurde spiegelbildlich graviert, um die gleiche Ansicht wie das Originalgemälde zu bieten. Der Stich von Masson weist noch weitere Perlenverzierungen vorne am Kleid auf, die jedoch nicht bei dem Portrait auf der Uhr übernommen wurden. Es ist auch gut möglich, dass verschiedene Versionen oder Varianten der Druckplatte angefertigt wurden. Auf jeden Fall blieb es natürlich dem Emailleur selbst überlassen, welche Stilelemente er für seine Arbeit verwenden wollte. Im Inneren der Uhr ist das klassische Portrait des Herrn etwas extravaganter ausgeführt, als es normalerweise der Stil der Huaud’schen Uhren ist. Dies mag der besonderen Kunstfertigkeit von Pierre Huaud I. zuzuschreiben zu sein, denkbar ist jedoch auch, dass der Künstler hier Bezug nimmt auf Annas Ehemann Ludwig XIII. oder ihren Sohn Ludwig XIV., die beide dem Tanz und dem Theater leidenschaftlich verbunden waren. Die prächtige federgeschmückte Kopfbedeckung ist nicht unähnlich derer in bekannten Stichen, die die Könige in Theaterkostümen darstellen. 41603  G: 2 Z: 2 W: 2, 41  120.000 - 250.000 EUR 134.400 - 280.000 USD 1.044.000 - 2.175.000 HKD

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