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Katalog Nr. 14
100.
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Christian Friedrich Tiede, Berlin, Höhe 490 mm

, circa 1840

Bedeutender, musealer kleiner Präzisionsregulator mit Halbsekundenpendel, gestürzter Pendelankerhemmung, verdeckter Gewichtsführung und Auf-/Ab-Anzeige - 7 Tage Gangdauer


Geh.: mit Blattgold belegtes, geschnitztes Holzgehäuse, mit Samt bezogene Rückwand. Ziffbl.: versilbert. Werk: rundes Messing-Platinenwerk mit 10 cm Durchmesser, Tiedesches Zink/Stahl-Kompensationspendel, Aufhängung über Pendelfeder.

Im unerschöpflichen Fundus der mittlerweile fünfbändigen Buchreihe über Präzisionspendeluhren von Jürgen Ermert findet sich auch der Nachdruck eines Artikels aus der Deutschen Uhrmacherzeitung von 1914 mit dem Titel: "Ein Graham-Anker ohne Zapfen". Wilhelm Schultz, Uhrmacher, Herausgeber und Autor zahlreicher Publikationen, untersucht darin eine "eigenartige Hemmung" und die Beschreibung der Uhr legt nahe, dass es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um die vorliegende Tiedesche Wanduhr handelt: "Das stark gebaute, aber verhältnismäßig kleine Uhrwerk (die Werkplatten haben nur 10 cm Durchmesser) ist wahrscheinlich zu Versuchszwecken gebaut worden und - wie alles, was aus der Tiedeschen Werkstätte kam - sehr sauber gearbeitet." Zur gestürzten Hemmung des "Ankers ohne Zapfen" schreibt er: "Die größte Eigentümlichkeit dieses Ganges ist jedoch der schon erwähnte Umstand, daß der Anker keine Welle besitzt, sondern einfach mit der Pendelfeder fest verbunden ist." Diese Konstruktion stellt er der Rieflerschen Federkrafthemmung gegenüber und zeigt auf, dass sich beide trotz der Ähnlichkeiten in der Wirkungsweise unterscheiden. Leider war schon 1914 die originale Hemmung nicht mehr intakt und wurde in der Folge nochmals durch eine Hemmung mit Stiftanker ersetzt, jedoch nach wie vor als Pendelanker ausgeführt und unter Beibehaltung des ursprünglichen Ankerrades. Ermert ergänzt in Bezug auf die Hemmung: "Entwurf einer frühen Ankerhemmung, vermutlich vor der Winnerl-/Lange'schen Pendelankerhemmung von 1841 entstanden. Tiede könnte bei seiner Tätigkeit bei Gutkaes eine derartige Technik durch die etwa 1820 gefertigte Regulieruhr von Conrad Salomo Weisse, Dresden, ebda. kennengelernt haben. Auch eine weitere Beeinflussung bei der Schaffung einer derartigen Hemmung durch Friedrich Tiede auf den befreundeten Adolph Lange ist denkbar." (Jürgen Ermert, Präzisionspendeluhren, Band 4, S. 324)

Das mit Blattgold belegte Gehäuse mit der samtbezogenen Rückwand befindet sich weitgehend im originalen Zustand. Das schöne Zifferblatt, signiert "Fr. Tiede, Berlin" und ungewöhnlich in seiner Größe von nur 9,5 cm, besitzt eine Auf-/Ab-Anzeige, da das quaderförmige Gewicht im Gehäuseinneren verdeckt läuft. Die Linse des Zink/Stahl-Kompensationspendels ist mit einer opulenten Ausschmückung versehen.

Friedrich Tiede (1794-1877) erlernte in Wismar die Uhrmacherei. Dann kam er zu Delolme nach Braunschweig und später zu Gutkaes nach Dresden. Dort schloss er mit Adolf Lange innige Freundschaft und etablierte sich, da es in seinem Vaterland die Innungsverhältnisse nicht gestatteten, in Berlin, wo er Chronometer und ausgezeichnete Sekundenregulatoren herstellte. Obgleich er Anerkennungsschreiben von Alexander von Humboldt und anderen großen Gelehrten besaß, blieb er doch bescheiden und war stets bestrebt, seine Mitmenschen zu fördern. Besonders Ferdinand Adolf Lange besuchte er mehrmals in Glashütte und unterstützte ihn mit seinem Rate. 1838 erhielt er das Patent als kgl. astronomischer und Hof-Uhrmacher.
Quelle: C. Dietschold, Der Cornelius Nepos der Uhrmacher, Dietschold's Verlag 1911.
#50755
Geh.: sehr gut, kleine Abplatzung
Ziff.: sehr gut, oxidiert
Werk: sehr gut, gangfähig, spätere Hemmung, Reinigung empfohlen

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