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Katalog Nr. 311
Victor Kullberg, 105 Liverpool Road, London, Werk Nr. 2075, 51 mm, 131 g, circa 1872

Seltene Präzisionstaschenuhr mit Chronograph und Zentralsekunde
Geh.: 18Kt Roségold, gestuft, glatt, Goldcuvette, Chronographenfunktion über Kronendrücker, seitlicher Schieber zur Arretierung der Chronographenfunktion, Gehäusemacher-Punzzeichen "JM". Ziffbl.: Email, radiale röm. Stunden, signiert und nummeriert, gebläute Spade-Zeiger. Werk: 2/3-Platinenwerk, Schlüsselaufzug, gekörnt, vergoldet, signiert, verschraubte Chatons, Kette/Schnecke, große Unruhbrücke, Spitzzahnankerhemmung, schwere Goldschrauben-Chronometerunruh, freischwingende, gebläute Unruhspirale, gefasster Diamantdeckstein auf Unruh.

Victor Kullberg
Victor Kullberg wurde 1824 in Visby auf der schwedischen Insel Gotland geboren. Ab 1840 ging er bei einem Chronometer-Hersteller in die Lehre, und arbeitete nach Abschluß seiner Ausbildung für Louis Urban Juergensen in Kopenhagen. 1851 ging Kullberg aus Anlass der Weltausstellung nach London; er blieb im Anschluß daran in England und arbeitete als Hersteller von Marine- und Taschenchronometern, für die er etliche Neuerungen entwickelte.
Für seine qualitativ hochwertigen Werke und die Leistungsfähigkeit seiner neuen Hilfskompensation erhielt Kullberg immer wieder Bewertungen in Chronometertests weltweit und wurde mit zahlreichen Gold- und Silbermedaillen ausgezeichnet. Aufgrund seines weltweiten Handels und seines international guten Rufes wurde er 1874 als Chronometer-Hersteller der schwedischen und der norwegischen Marine ausgewählt und der Leiter der königlichen Sternwarte Greenwich sagte über eine von Kullbergs Uhren, die an den Tests in Greenwich 1882 teilnahm, dies sei "der beste Chronometer, der dort je getestet wurde".
Kullberg blieb unverheiratet, hatte jedoch zwei Söhne. Nach seinem Tod am 7. July 1890 erbten diese gemeinsam mit Kullbergs Neffen Peter John Wennerstrom den Betrieb. Nach dem Tod von Kullbergs Söhnen wiederum kauften Wennerstrom und sein Sohn die verbleibenden Anteile der Firma, die später von Sanfrid Lindquist bis zur Zerstörung der Räumlichkeiten im Zweiten Weltkrieg weitergeführt wurde.
Quelle: Paul M. Chamberlain, "It's about Time", New York 1941, S. 435ff.
Schätzpreis  2.900 - 5.000 €

Realisierter Preis 3.500 €
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