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415
Katalog Nr. 415
Schätzpreis  65.000 - 100.000 €
Dies ist eine Losnummer aus einer früheren Auktion!

Jacobus Nauta, Le(e)uwaerden, Durchmesser 51 mm, Gesamthöhe 15 mm !, 86 g

, circa 1685

Museale, außergewöhnlich seltene, ultra-flache, einzeigrige 22Kt Gold Doppelgehäuse-Spindeltaschenuhr - Unseres Wissens gibt es weltweit nur noch eine weitere frühe Taschenuhr dieser geringen Höhe. Diese befindet sich im Britischen Museum in London und stammt ebenfalls von dem holländischen Uhrmacher Jacobus Nauta aus Leeuwarden.


Geh.: Außengehäuse - 22Kt Gold, graviert. Innengehäuse - 22Kt Gold, glatt. Ziffbl.: Gold, Champlevé. Werk: feines Vollplatinenwerk, Kette/Schnecke, gebläutes Gesperr, (frühe) Unruhspirale, silberne Regulierscheibe, dreiarmige Stahlunruh.

Der Rand des schlicht gehaltenen, glatten Innengehäuses aus 22Kt Gold verjüngt sich nach vorne, um die extreme Flachheit der Uhr zu betonen. An der Oberseite befindet sich ein rechteckiges Scharnier und ein loser Ringanhänger. Das Außengehäuse, mit seinem betont großen, rechteckigen Scharnier, ist auf der Vorder- und Rückseite mit Blattranken graviert. Im Zentrum der Rückseite befindet sich ein herzogliches Wappen, flankiert von zwei heraldischen Vögeln und einem weiblichen Maskaron darunter.
Das feinst gearbeitete, goldene Champlevé Zifferblatt ist im Zentrum verziert mit einem floralen Rankenrelief auf mattiertem Grund, umgeben von einem polierten Ring mit Viertelstundenteilung und eingelegten römischen Zahlen. Ein einzelner, fein geschnittener, gebläuter Stahlzeiger zeigt die Zeit.
Das ultra-flache Vollplatinenwerk misst zwischen den beiden feinst vergoldeten Werksplatinen nur 3 Millimeter in der Höhe. Dazwischen befinden sich vier ungewöhnlich geformte Pfeiler. Die schlichte Stahlunruh mit Spirale wird durch einen aufwändig durchbrochen gearbeiteten Unruhkloben geschützt. Mit durchbrochen gearbeitetem Rankendekor ähnlich üppig verziert auch die übrige Platine mit der Signatur:" J. Nauta, Leuwaerden".

Im Britischen Museum in London wird das Gegenstück aufbewahrt. Es stammt ebenfalls von Jacobus Nauta und hat ein gleichartig flaches Uhrwerk (Inventory Number 1958,1201.595). Früher befand sich diese Uhr in der berühmten Uhrensammlung Courtenay Ilberts (1888-1956) und wurde 1958 durch eine großzügige Spende von Gilbert Edgar, CBE und mithilfe zusätzlicher öffentlicher Gelder vom Britischen Museum angekauft.

In nur geringfügigen Details unterscheidet sich die Uhr im Britischen Museum von der hier vorliegenden: anstelle des gebläuten Gesperrs ist das Werk mit einem aufgesetzten Wurmtrieb ausgestattet. Das äußere Gehäuse ist aus Leder und mit einem Piquépoint Monogramm verziert. (siehe auch: https://www.britishmuseum.org/‌research/collection_onli​ne/collection_object_details​/collection_image_gallery.aspx?assetId=241361001&objectId=5​707070&partId=1#mehr-Ansichten)

Die Uhr des Britischen Museums ist abgebildet und beschrieben in Brittens "Old Clocks and Watches and their Makers" von G.H. Baillie, F.B.H.I, C.Clutton, F.S.A, & C.A.Ilbert, F.B.H.I., E.P.Dutton & Co., Inc., New York, 7. Ausgabe, 1956, S.120, Tafel 75.

Die Bildunterschrift lautet: ".......Solch ultraflache Uhren wurden auch von Quare und anderen hergestellt, aber die abgebildete ist die fast einzige noch vorhandene."
Aus dieser Zeit gibt es noch einige wenige andere Uhren mit einem sehr flachen Uhrwerk, ähnlich der Nauta. Diese unterscheiden sich jedoch im Fehlen einer derart frühen Unruhspirale und einer Regulierscheibe, was die vorliegende derart selten macht und kennzeichnet.

Jacobus Nauta war ein berühmter Uhrmacher aus der niederländischen Provinz Friesland. Er wurde etwa 1635 in Leeuwarden geboren, wo er zum Uhrmacher ausgebildet wurde. Bereits 1660 war er unabhängiger Uhrmacher und Vater einer Tochter, was aus kirchlichen Unterlagen hervorgeht. 1685 heiratete er ein zweites Mal und lebte zusammen mit seiner aus Haarlem stammenden zweiten Ehefrau Sara Casteleins zu dieser Zeit in Amsterdam. Nach einigen Jahren ging Jacobus Nauta zurück nach Leeuwarden, wo er bis kurz vor seinem Tod 1696 als Uhrmacher arbeitete. Die genaue Anzahl seiner Nachkommen ist nicht bekannt, zwei seiner Söhne, Gijsbertus Jacobus (etwa 1674-1756) und Jan Jacobus (etwa 1668-1742), wurden ebenfalls Uhrmacher.

Das Wappen auf der Gehäuserückseite ist das Familienwappen der friesischen Familie Gemmenig. Verzeichnet ist der Anwalt Sachaeus Gemmenig 1689 in Leeuwarden.
Das Wappen ist abgebildet in J. Romijn: Wappenbuch, bestehend aus 600 Wappen von friesischen Edelen und anderen bedeutenden Personen, 1753, S. 23.
#46820
Geh.: sehr gut
Ziff.: sehr gut
Werk: sehr gut, gangfähig


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