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298
Katalog Nr. 298
Schätzpreis  4.000 - 8.000 €
Dies ist eine Losnummer aus einer früheren Auktion!

Arthur Paul Walsh , London / John Bliss & Co., New York

, Werk Nr. 2068, 55 mm, 155 g, circa 1879

Bedeutender Taschenchronometer mit 30h Gangreserveanzeige, "DUO IN UNO"- Spirale und Federchronometerhemmung


Geh.: Silber, glatt, gestuft, Gehäusemacher-Punzzeichen "GJT" (George James Thickbroom, London), Goldkrone und -scharnier. Ziffbl.: Email, radiale röm. Zahlen, kleine Sekunde, signiert, gebläute Spade-Zeiger. Werk: 2/3-Platinenwerk, gekörnt, vergoldet, chatoniert, signiert, Kronenaufzug mit patentierter Zeigerstellung, zusätzliche Option zum Schlüsselaufzug, Kette/Schnecke, Federchronometerhemmung, schwere Goldschrauben-Komp.-Unruh, gebläute, freischwingende "DUO IN UNO" Unruhspirale, feinst gravierter Unruhkloben, chatonierter Diamantdeckstein auf Unruh.

Der als "prince of chronometer makers" bekannte Londoner Uhrmacher Arthur Paul Walsh (1815-1893) stellte diesen Chronometer für den New Yorker Chronometermacher John Bliss her (siehe "Alte Uhren", Oktober 1983, S. 322, wo die hier vorliegende Uhr abgebildet und beschrieben wird).
Arthur Paul Walsh war in seiner Jugend Lehrling bei T.F. Cooper in der Londoner Calthorpe Street (Gray’s Inn Road), der ihm die Herstellung von Duplex- und Chronometerwerken und das Einstellen dieser Werke beibrachte.

John Bliss , der Verkäufer der No. 2068, stammte aus Norwich, Connecticut, wo er am 15. Juli 1775 geboren wurde. Im Alter von 16 Jahren kam er nach Rutland, Vermont zum bekanntesten Uhrmacher Neu-Englands, Benjamin Lord, in die Lehre. 1814 nach New York übergesiedelt, geriet Bliss in den Sog nach Westen und eröffnete in Zanesville, Ohio ein Geschäft, in dem er Drehbänke und vor allem Vermessungsinstrumente für die neue Landnahme anbot. In New Orleans, wo er sich anschließend aufhielt, hatte er eine Reparaturwerkstatt für Schiffschronometer und andere Uhren, doch ging er 1835 nach New York zurück. In seine Neugründung, einen Juwelierladen, nahm er zwei Jahre später einen sehr guten englischen Uhrmacher, Frederick Creighton als Partner auf. 1842 findet man beide, sie bezeichnen sich jetzt als Chronometermacher in 42 Fulton Street. Sie kauften Rohwerke in England und ergänzten sie mit eigener Feinarbeit. Am 4. August 1845 erhielten sie das amerikanische Patent No. 4135 für eine Spezialunruh zur Eliminierung des sekundären Temperaturfehlers. Ab 1848 bauten sie Schiffs- und Vermessungschronometer in völlig eigener Fertigung, echte amerikanische sozusagen. Ihre No. 817 wurde bei der Grinnell-Expedition verwendet und kein geringerer als der Ozeanograph Matthew Fontaine Maury schrieb diesem Instrument "ein excellentes Laufverhalten" zu. 1855 trennten sich Bliss und Creighton im Streit. Creighton blieb in 42 Fulton Street, Bliss gründete nur zwei Häuser weiter seine neue Firma John Bliss & Son. Bliss senior verstarb am 15. Oktober 1857, sein ehemaliger Compagnon Creighton nur sieben Tage später. John Bliss junior zog 1867 in die Wall Street und zehn Jahre später von dort nach 128 Front Street um. Zusammen mit seinem Bruder George firmierte er jetzt unter "John Bliss & Co". und importierte u.a. englische Marinechronometer von Kullberg und Taschenchronometer von A.P. Walsh; das war die Zeit, in der Walshs Taschenchronometer No. 2068 nach New York kam.

Ausführlichst abgebildet und beschrieben in "Alte Uhren", Callway Verlag, Heft 4/1983 S. 322 und Heft 3/1981 S. 177.
#40239
Geh.: sehr gut
Ziff.: sehr gut
Werk: sehr gut, gangfähig


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