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519
Katalog Nr. 519
Schätzpreis  35.000 - 45.000 €
Dies ist eine Losnummer aus einer früheren Auktion!

Les Frères Huaut / Thomas Rayment, London

, Werk Nr. 2005, 49 mm, 99 g, circa 1687

Bedeutende Doppelgehäuse Goldemail Spindeltaschenuhr "Die Anbetung der Hirten". Sie besticht durch ihren herausragenden Erhaltungszustand und die selbst für Huaut's Standard außerordentliche Qualität der künstlerischen Ausführung.


Geh.: qualitativ außergewöhnliches Übergehäuse - Gold, randseitig punziertes Blüten- und Rankendekor, zwei ovale Kartuschen mit graviertem Engelsgesicht und Stadtansicht, rückseitg verglast, großes Außenscharnier. Herausragendes Innengehäuse - Goldemail, die Rückseite mit polychromer Emailmalerei, biblische Szene: "Die Anbetung der Hirten". Randseitige Kartuschen mit Landschaftsmotiven voneinander abgegrenzt durch gelbe Voluten und Zierbänder, am unteren Rand Kartusche mit Signatur "Les deux frères Huaud peintre de son A(ltesse) E(lecteur) le Brandebour(g)". Innenseite mit Wandersmann in idealisierter Landschaft. Ziffbl.: Goldemail, Ziffernring mit radialen röm. Zahlen, zentrale, polychrome Emailkartusche mit der Darstellung der "Madonna mit Kind", durchbrochen gearbeitete Zeiger. Werk: Vollplatinenwerk, Schlüsselaufzug, feuervergoldet, signiert "Rayment, London", Kette/Schnecke, durchbrochen gearbeitete Werkspfeiler, dreiarmige Stahlunruh, gravierter und floral durchbrochen gearbeiteter Unruhkloben mit Drachendekor.

Les Frères Huaut
Die bemalten Emailgehäuse der "Les deux Frères Huaut" (Gebrüder Huaut) hoben sich unter den Werken der Genfer Schule durch ihre einzigartige Schönheit hervor und wurden nicht nur zu ihrer Zeit hoch geschätzt, sondern auch in den folgenden Jahrhunderten als Meisterwerke der Kunst verehrt. Das vorliegende Uhrgehäuse ist dafür ein perfektes Beispiel.
Pierre, der Begründer der Huaud-Dynastie, wurde 1612 als Sohn des französischen Goldschmieds Jean Huaud in Genf geboren. Er ließ sich 1630 in Genf nieder und von seinen elf Kindern wurden drei berühmte Emailleure wie ihr Vater: Pierre II (1647-1698), Jean-Pierre (1655-1723) und Ami (1657-1724). Man kann davon ausgehen dass die Brüder von ihrem Vater ausgebildet wurden und mit ihm arbeiteten; Pierre II machte sich schließlich um 1680 selbständig. Jean-Pierre und Ami gingen 1682 eine Partnerschaft ein. Sie wurden 1686 als Maler an den preußischen Hof berufen. Sie zogen nach Berlin und arbeiteten fortan für den Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620 - 1688). Zu dieser Zeit signierten sie mit "Les deux frères Huaut Les Jeunes"; danach benutzten sie die Signaturen "Les Frères Huaud" oder "Les deux frères Huaud" mit dem Zusatz "peintres de son A.E. à Berlin" oder auch "p.d.V.A. fct à Berlin". Diese Uhr jedoch trägt die Signatur "Les deux frères Huaud peintre de son A. E. le Brandebour".
Die Brüder kehrten 1700 nach Genf zurück und signierten ab dann als "Les frères Huaut", "Les deux frères Huaut", oder "Peter et Amicus Huaut"; außerdem benutzten sie die Signatur "Fratres Huault". Der Familienname schreibt sich in den Varianten Huaud, Huaut, oder sogar Huault.
Die bekanntesten Werke der Huauds sind: Diana und Aktaion, Das Urteil des Paris, Die Heilige Familie, Johannes der Täufer, Die Geburt Jesu und Die Anbetung der Hirten.
#40500
Geh.: sehr gut
Ziff.: sehr gut
Werk: sehr gut, später dafür gefertigt, gangfähig, Reinigung empfohlen


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