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34
Katalog Nr. 34
Schätzpreis  85.000 - 130.000 €
Dies ist eine Losnummer aus einer früheren Auktion!

Alfred Drieselmann, Hamburg, 59 mm, 196 g

, circa 1940/1988

Bedeutende, schwere Herrentaschenuhr mit fliegendem Minuten-Tourbillon in der Tradition nach Alfred Helwig mit 36h Gangreserveanzeige - in einem einzigartigen Set zusammen mit zwei nicht fertiggestellten Uhren des gleichen Typs in unterschiedlichen Bearbeitungsständen und vielen Einzelteilen (u.a. Tourbillonkäfig, Chronometerfedern, Ersatzgläser, etc.) - mit originalem, gerahmtem Meisterbrief von 1933 und umfassender Dokumentation bzgl. Leben und Werk Alfred Drieselmanns, darunter das Werkstattbuch, in dem er die Herstellung des Tourbillons protokolliert


Geh.: 18Kt Gold, Gehäuseform "Louis XVI à goutte", glatt, gestuft, Werksverglasung. Ziffbl.: Silber, guillochiert, radiale röm. Stunden, kleine Sekunde, signiert, gebläute Spade-Zeiger. Werk: 2/3-Platinenwerk, rhodiniert, Glashütter Streifenschliff, signiert, 2 Federhäuser, Federchronometerhemmung, Goldschrauben-Komp.-Unruh, feinst spiegelpolierter Tourbillon-Stahlkäfig.

Bei den beiden zusätzlichen Fragmenten sind die Zifferblätter und die Gehäuse bis auf die Scharniere fertig gestellt. Jedoch sind bei der einen Uhr nur die Werksplatinen und der Aufzugsmechanismus vorhanden. Das Werk der zweiten Uhr enthält darüber hinaus noch Teile des Tourbillons in Rohfassung.

Alfred Drieselmann wurde am 15. April 1909 in Kassel geboren und besuchte dort ab 1. Mai 1924 die Städtische gewerbliche Fortbildungsschule. Am 15. Juni 1924 schloß er bei dem Uhrmachermeister Anton Schröder in Kassel einen Lehrvertrag für die Uhrmacherausbildung ab und erwarb am 29. Mai 1933 in Wiesbaden die Uhrmacher-Meisterprüfung mit "sehr gut - hervorragend". Seine Lehrzeit verbrachte er von 1928 bis 1931 bei Kochendörffer in Kassel und von Februar 1931 bis Mai 1938 als Gehilfe bei Pletzsch und Sohn in Frankfurt. Im März 1938 bewarb er sich auch mit Fotografien seines Tourbillons bei Gerhard Wempe in Hamburg. In der Antwort darauf wurde ihm die Aufgabe angeboten, die "Werkstätten grundsätzlich umzustellen und alle Arbeitskräfte an eine methodische, systematische Arbeit zu gewöhnen". Mit seinem Tourbillon nahm er 1939 am Handwerker-Wettbewerb teil. Am 10. April 1945 erhielt er von der See-Berufsgenossenschaft die Zulassung als Chronometermacher. Am 31. Mai 1945 schied er aufgrund seines verschlechterten Gesundheitszustands bei Wempe aus, um sich selbständig zu machen; die Zustimmung zur "Errichtung einer Verkaufsstelle für Uhren, gold- und Silberwaren, Juwelen und Bestecke in Hamburg-Rahlstedt, Alter Zollweg 102" erhielt er am 22. Juli 1947. Schon zuvor, im September 1945, wurde er zum Vorsitzenden des Gesellenprüfungsausschusses für das Uhrmacherhandwerk der Handwerkskammer Hamburg ernannt. Später lebte und arbeitete er in Bad Wildungen, wo er nach 1999 starb.

Es liegt die Kopie eines handschriftlichen Schreibens von Alfred Helwig aus dem Jahre 1969 vor. Darin schreibt er u.a.:
"Sehr geehrter Herr Kollege Drieselmann!
Es tut im Alter wohl, an frühere schöne Begegnungen erinnert zu werden. Gerade die Begegnung mit Ihrem meisterhaften Tourbillon, ganz selbständig hergestellt, die war schon ein Ereignis! Ich besitze Fotos. [...]"

1960 schrieb Alfred Helwig in einem Aufsatz:
"Gedacht sei hier derjenigen Idealisten, die fern der DUS großartige Arbeiten nach unseren Veröffentlichungen ausgeführt haben, darunter vier vollwertige Tourbillons: Martin Seidel. Rudolstadt, A. Drieselmann, Hamburg, Albrecht Thiel, Ruhla, Woldemar Fleck, Glashütte-Sebnitz, W. Prendel. USA."
#41330
Geh.: sehr gut
Ziff.: sehr gut
Werk: sehr gut, gangfähig, Reinigung empfohlen


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