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539
Katalog Nr. 539
Schätzpreis  9.500 - 13.000 €
Dies ist eine Losnummer aus einer früheren Auktion!

Thomas Mercer, Maker to the Admiralty, London

, Werk Nr. 1986, 178 x 189 x 180 mm, circa 1872

Außergewöhnliches, seltenes Schiffschronometer mit 56h Gangreserveanzeige und Hartnups Kompensationsunruh - mit der Kopie eines Briefes von Tony Mercer, in dem er einiges zur Geschichte des Chronometers schreibt.


Geh.: Palisander, Messing-Kardanikgehäuse. Ziffbl.: versilbert, signiert, nummeriert. Werk: Messingwerk, Federchronometerhemmung nach Thomas Earnshaw, Chronometer-Kompensationsunruh nach Hartnup.

Tony Mercer , der Enkel des berühmten Thomas Mercer, schreibt im Jahr 2004 an den früheren Besitzer:

"Ihr Chronometer mit der Nummer 1986 wurde 1872 hergestellt. Sie besitzen außerdem einen sehr schönen zweistöckigen Kasten aus Palisanderholz, den mein Großonkel Thompson in Hull hergestellt hat. Hull ist eine Hafenstadt an der Ostküste von England.
J. & T.T. Taylor in der Kemble Street in Prescot in Lancashire waren Hersteller von Chonometerwerken, die ihre Chronometer nicht selbst produzierten, sondern nur die Werke verkauften. Mein Großvater und später mein Vater Frank kauften dort nur die Werke, jedoch nicht die Hemmungen - daher Ihre Annahme, dass es sich hierbei um einen Prototyp handelt. (...)"

Dieses Schiffschronometer mit seiner außergewöhnlichen Unruh ist ein schönes Beispiel für die Bemühungen der englischen Chronometermacher um die Beherrschung des sekundären Temperaturfehlers, die zu vielen verschiedenen Lösungsversuchen z.B. von Kullberg, Poole, Airy und Mercer führten. Hartnups Unruhen wurden auch von anderen namhaften Chronometerherstellern wie z.B. Winnerl und Frodsham verwendet. Eine zufriedenstellende Lösung fand sich schließlich erst durch neue Werkstoffe, die auf den Forschungen des Schweizers Edouard Guillaume basierten, und für die er 1920 den Nobelpreis erhielt.

John Hartnup (Mitglied der Royal Astronomical Society) war der erste Direktor der Sternwarte in Liverpool (von 1844 bis 1885) und entwickelte eine eigene Kompensationsunruh mit einem mehrschichtigen Rand. Er arbeitete mit dem Liverpooler Chronometermacher William Shepherd zusammen, der das erste Exemplar davon herstellte. Anstelle eines einzelnen Querstabes wie bei Earnshaws Unruh gibt es hier drei mehrschichtige Stäbe, die in Form eines Z miteinander verbunden sind. Die Messingschicht befand sich beim Mittelstab oben und bei den anderen beiden durch Schrauben verbundenen Stäben an der Unterseite. Die beiden äußeren Stäbe hatten jeweils ein Paar mehrschichtiger Ränder bei denen – wie bei einer herkömmlichen Unruh – Messing die Aussenschicht bildete und Stahl die innere. Sie waren jedoch nicht vertikal angeordnet sondern so abgeschrägt, dass sie bei durchschnittlicher Temperatur in einem Winkel von 45 Grad geneigt waren. Diese Ränder trugen die Unruhgewichte und die Einstellschrauben. Hartnup war außerdem für die Mittagskanone verantwortlich, die den Schiffen auf dem Mersey die Zeit angab. Diese wurde von der Hafenmeisterei unter seiner Aufsicht gewartet - er interessierte sich für Zeitmesser aller Art, insbesondere auch für astronomische Uhren. Hartnup arbeitete auch mit R. F. Bond aus Boston zusammen; man erforschte gemeinsam die Wirkung eines auf ein Pendel aufgesetzten und mit Schrot gefüllten Bechers.
Quelle: Tony Mercer, "Chronometers. History, Maintenance and Repair", p. 160
#42169
Geh.: sehr gut
Ziff.: sehr gut
Werk: sehr gut, gangfähig


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