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546
Katalog Nr. 546*
Schätzpreis  21.000 - 26.000 €
Dies ist eine Losnummer aus einer früheren Auktion!

Henri Motel, Horloger de la Marine, Dépôt de la Marine

, Werk Nr. 276, 165 x 170 x 165 mm, circa 1850

Exquisites französisches Schiffschronometer mit Wippenchronometerhemmung nach Berthoud - geprüft am Observatorium in Paris 1851, an die französische Marine verkauft im Jahr 1852


Geh.: Mahagonikasten. Ziffbl.: versilbert. Werk: Messingwerk, Kette/Schnecke, Malteserstellung zur Aufzugsbegrenzung, dreibeinige Justiervorrichtung für die Spirale, bimetallische vierarmige Chronometerunruh mit 4 verschiebbaren Gewichten sowie Gold- und Stahlschrauben, gebläute konische Unruhspirale.

Abgebildet in Bertele, Marine- und Taschenchronometer; dort noch ohne Gehäuse fotografiert, wurde es später auf Auktionen in einem modernen Gehäuse gezeigt. Erst vor kurzem wurde es wieder mit seinem originalen Chronometerkasten mit kardanischer Aufhängung vereint!

Kein anderer stellte Chronometer in einer derartigen aufwendigen Detailversessenheit her - auch als andere Chronometermacher längst auf einfachere und bewährte Konstruktionen setzten. Daher sind Motels Chronometer bei Sammlern heute Kult, die sich an der bis in die letzten Feinheiten perfekten Qualität und an Details erfreuen, wie z.B. der kleinen gebläuten Schraube in genau einem der vier Unruhgewichte oder den gelochten Zähnen des Hemmungsrads. Sie sind selbstverständlich auch im vorliegenden Chronometer vorhanden, übrigens eines der letzten, die Motel fertigte.

Jean-François Henri Motel (1786-1857)
Er wurde am 31. Dezember 1786 in Margny-Lès-Compiègne geboren und gilt als der bekannteste unter Berthouds Schülern. Sein Vater Louis Nicolas Motel war Bauer und Besitzer eines Wirtshauses. Henri ging ab 1794 zuerst zur Schule in Prytanée und dann als Internatsschüler an die Ecole des Arts et Métiers in Chalons; 1806 erhielt er die Qualifikation eines "Anwärters" und wurde ausgewählt, sich in Paris auf Staatskosten in der Uhrmacherkunst ausbilden zu lassen; sein Lehrer sollte Louis Berthoud sein, der Uhrmacher der Flotte. Motel hatte seine Ausbildung bei Berthoud kaum beendet als Berthoud im September 1813 plötzlich starb. Seine Witwe bat Motel, Berthouds Werkstatt weiterzuführen und seine Söhne weiter auszubilden. Im August 1819 heiratete Motel dann Louise Elisabeth Herbet und ließ sich 1823 in der Rue de l'Abbaye nieder. 1827 präsentierte er seine Werke zum ersten Mal und erhielt von der Jury eine Silbermedaille für seine Chronometer und astronomischen Uhren, sowie die Anmerkung "... niemand führt die Zeitnahme so präzise durch wie Motel."
Quelle: Jean-Claude Sabrier, "Longitude at Sea in the time of Louis Berthoud and Henri Motel", Genf 1993, S. 593ff.
#42319
Geh.: sehr gut
Ziff.: sehr gut
Werk: sehr gut, gangfähig, Reinigung empfohlen


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