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200
Katalog Nr. 200
Schätzpreis  7.000 - 20.000 €
Dies ist eine Losnummer aus einer früheren Auktion!

Konvolut aus 4 Taschenuhren



Rentsch, London / Peter Friedrich Ingold, London, 47 mm, 102 g, circa 1860



Bedeutende, ungewöhnliche Herrentaschenuhr mit Repetition und Aufzug durch Verdrehen des Rückdeckels
Geh.: Gold. Ziffbl.: vergoldet. Werk: 1/2-Platinenwerk, 1 Hammer / 1 Tonfeder, dreiarmige Stahlunruh.

Rentsch hatte eine Werkstatt am St. James Square und war königlicher Hofuhrmacher sowie eines der bedeutendsten Mitglieder der Londoner Clockmaker's Company. Im Jahr 1813 ließ er sich einen vielbewunderten automatischen Chronometer (im Sinne einer Uhr ohne Schlüssel) patentieren.

Pierre-Frédéric (Peter Friedrich) Ingold
Geboren am 6. Juli 1787 im Kanton Bern, war Ingold einer der besten Uhrmacher aller Zeiten. Ingold war ein seiner Zeit weit vorausgeeilter Mann, der deshalb von seinen Fachgenossen zwar anerkannt, doch gefürchtet und bekämpft wurde. Er bildete zahlreiche Schüler heran und gewährte allen Einblick in seine Pläne und Zeichnungen.
Sein reichbewegtes Leben können wir hier nur in Schlagworten schildern. Er arbeitete 1799 bei seiner Mutter und Lehrmeisterin Spindeln, Triebe und setzte Eingriffe, später machte er auch Zylinder- und Kommahemmungen. 1809 war er in Straßburg als Reparateur tätig, ging 1810 nach Paris, 1813 nach Chaux de Fonds, 1814 nach London zum Hofuhrmacher Rentsch, der auf Uhren mit richtigen Verzahnungen besonderen Wert legte, baute daselbst eine Uhr mit Aufzug durch Drehung des Bodens und Zeigerstellung im Bügel, eine zweite solche mit Schlagwerk .
1815 kam er wieder über Paris nach Chaux de Fonds und 1817 zu Breguet nach Paris, wo er Freundschaft mit Moinet und Kessels schloß, in Geschäften nach Konstantinopel reiste und heiratete. 1825 führte er in Chaux de Fonds die bei Breguet gelernten Steinarbeiten ein; hier begann er seine maschinellen Einrichtungen, die Jagy freres zu Unterhandlungen behufs Einführung seiner Fabrikationsmethode veranlaßten. Dann ging er zurück nach Paris, wo er ein Ladengeschäft im Palais Royal eröffnete und von dem berühmten Physiker Arago gefördert und zu fachwissenschaftlichem Studium veranlaßt wurde. Nur praktische und theoretische Bildung befähigt zu den höchsten Leistungen. Hier reparierte er auch die Vaucansonschen Automaten und fertigte selbst einen an. 1839 ging er nach London, wo er mit außerordentlichen Mitteln die Fabrikeinrichtung fertigstellte und schließlich seine 200 000 Franks Ersparnisse verlor. 1842 ging er nach New-York, von wo er 1855 nach Chaux de Fonds zurückkehrte. Er starb in Biel am 18. Oktober 1878. Er war der Herold einer neuen, die Uhren maschinell erzeugenden Zeit und, wie die meisten Vorläufer, ihr erstes Opfer.
Quelle: C. Dietzschold, Der Cornelius Nepos der Uhrmacher, Krems, 1911, S. 33

Bei Rentsch war es, wo Ingold seine erste Uhr mit Aufzug ohne Schlüssel konstruierte. Das war zwar nicht die Remontoiruhr unserer Tage, die Uhr mit Aufzug am Bügel, auch mit jenen Uhren, bei welchen der Aufzug durch ein im Gehen sich stossweise bewegendes Gewicht bewerkstelligt wird, wie z. B. bei den sog. Perpetualen, hatte sie nichts gemein, sondern das Grundprinzip lag in einem konzentrischen (inneren) Eingriff, welcher mit der Hand, durch Drehen des Gehäusebodens, in Wirksamkeit versetzt wurde. Das aussen gezahnte Rad war dort fast ebenso gross wie die Platine selbst. Die Federstellung war von der Art wie unsere heutige, mit dem Malteserkreuz. Ingold konstruierte auch einen Repetitionsmechanismus, dessen Schlagwerk nicht mittels eines äusseren Schiebe-Hebels oder Drückers, sondern durch eine mit dem Glasreifen ausgeführte Kreisbewegung ausgelöst wurde. Der russische Botschafter in Wien erwarb diese erste Repetiruhr ohne Schlüsselaufzug und der Prinzregent von England bestellte alsbald sechs derartige Uhren.
#42512
Geh.: sehr gut
Ziff.: gut, leicht oxidiert
Werk: sehr gut, gangfähig, Reinigung empfohlen


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