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140
Katalog Nr. 140
Schätzpreis  25.000 - 35.000 €
Dies ist eine Losnummer aus einer früheren Auktion!

Jean-Joseph Barrière, Paris, Zargennummer 1046, 65 x 50 x 31 mm, 114 g

, circa 1772

Exquisite, extrem seltene Goldemail Schnupftabakdose "Die Vorleserin"


Geh.: 22Kt Gold, Meistermarke "JJB" (Jean-Joseph Barrière), Gebührenstempel Julien Alaterre (1768-1775), Quittungsstempel "Kuh" für Pariser Arbeiten aus Gold, die zum Export vorgesehen waren, vermutlich 1733-1774; Pariser Zunft-Jahrespunze "I" für die Jahre 1772-1773.
Ovales Gehäuse, der Deckel, die Seiten und der Boden wellig guillochiert und transluzid stahlgrau emailliert. Auf dem scharnierten Deckel ovales Emailmedaillon mit Miniaturmalerei "en grisaille" einer dem kleinen Amor aus einem Buch vorlesenden jungen Dame vor pinkfarbenem Hintergrund. Die Plakette wird eingefasst von einer perlenimitierenden Bordüre. Zweifarbiger Goldrahmen mit punzierten Ranken, Blüten und Girlanden.

Im Oktober 1750 begann Jean-Joseph Barrière seine Lehre bei Charles-Nicolas-Loys Dumoussay; im Januar 1763 wurde er Meister. Finanziell unterstützt wurde er von Henri Delobel. Aufzeichnungen zeigen ab Mitte der 1770er Jahre einen ansteigenden Goldbedarf im Hause Barrière, ein scheinbares Indiz für die Entwicklung seines Geschäftes. Unterstützt wird die Annahme durch die Anzahl der noch vorhandenen Schnupftabakdosen Jean-Joseph Barrières. Seine Arbeiten wurden von vielen seiner Zeitgenossen bewundert. Acht seiner Werke befinden sich in der berühmten Sammlung der Fürsten von Thurn und Taxis und sind abgebildet und beschrieben in Lorenz Seelig, "Golddosen des 18. Jahrhunderts aus dem Besitz der Fürsten von Thurn und Taxis", München 2007. Weitere Arbeiten von Jean-Joseph Barrière befinden sich im Louvre und in der Wallace Collection (vgl. "The Wallace Collection, Catalogue of Gold Boxes" von Charles Truman, London 2013, Seiten 180-182, Abb. 44; 192-193, Abb. 49 und Seite 218, Abb. 60.).
Jean-Joseph Barrière benutzte bei seinen Werken augenscheinlich ein Nummernsystem, jedoch nicht bei allen. Eine Dose von 1768/69, welche sich im Louvre befindet, trägt die Nummer 645. Eine weitere aus der Wallace Collection von 1770/71 trägt die Nummer 771. Eine dritte und vierte, ebenfalls im Louvre, tragen die Nummern 1015 (datiert auf 1772/73) und 1509 (datiert 1775/76). Die Nummerierungen deuten auf eine chronologische Folge hin - die beiden hier vorliegenden Schnupftabakdosen aus dem Jahre 1772 und 1775 tragen die Nummern 1046 und 1327 - dennoch scheinen die Nummern zu weit auseinander zu sein, um eine strenge Kontinuität in der Produktion feststellen zu können. Die Nummerierungen könnten sich auch auf individuelle Muster oder Designs beziehen.
#43161
Geh.: sehr gut


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