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394
Katalog Nr. 394
Schätzpreis  12.000 - 16.000 €
Dies ist eine Losnummer aus einer früheren Auktion!

Johann Wilhelm Gottlob Butzengeiger in Tübingen, 152 x 89 x 152 mm

, circa 1810

Bedeutendes, süddeutsches Expeditionschronometer mit früher Ankerhemmung, von einem der bedeutendsten Pioniere der Präzisionsuhrmacherei


Geh.: Nussbaum mit Messing Tragegriff, Messing-Zylinderform-Gehäuse, beidseitig verglast. Ziffbl.: versilbert. Werk: Messingwerk, 113 mm, frühe Ankerhemmung - Anker mit justierbarem Ausgleichsgewicht auf Gewindestange, großes Federhaus mit Stellung, gebläute sphärische Unruhspirale, Komp.-Unruh mit 2 Schrauben und 2 Gewichten an S-förmigen Bimetallstreifen.

Johann Wilhelm Gottlob Butzengeiger (auch Buzengeiger) wurde am 25. Juni 1778 in Simmozheim bei Calw geboren und wuchs in Tübingen auf. 1793 begann er eine Ausbildung bei dem Uhrmacher J.J. Sauter in Kornwestheim, der seinerseits ein Schüler des berühmten Philipp Matthäus Hahn war. Aus gesundheitlichen Gründen beendete Butzengeiger seine Ausbildung bei Sauter, ging zunächst zurück nach Tübingen und folgte dann seinem Bruder Karl Ignatz nach Ansbach, wo er mit dem Königlich Preussischen Hofmechaniker Du Mericeau zusammenarbeitete. 1804 gründete Butzengeiger eine eigene Werkstatt in Tübingen und begann im gleichen Jahr, für die Tübinger Universität zu arbeiten.
Um diese Zeit begann auch die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit dem Astronomen, Mathematiker, Physiker und Professor der Universität J.G.F. Bohnenberger, für den er zahlreiche Instrumente für Forschung und Lehre anfertigte. Nebenbei handelten sie auch in ganz Europa mit Instrumenten wie Teleskopen, Sextanten, Barometern und Uhren.
Nach Bohnenbergers Tod im Jahr 1831 arbeitete Butzengeiger verstärkt für Auftraggeber außerhalb Tübingens - eine enge Zusammenarbeit entstand vor allem mit H.C. Schumacher, dem Gründer der Sternwarte Altona.
Etwa 1834 erlitt Butzengeiger bei einem Unfall eine Quecksilbervergiftung, von der er sich nur langsam erholte; seine ohnehin angegriffene Gesundheit hinderte ihn zunehmend am Arbeiten. Am 26 Oktober 1836 starb mit J.W.G. Butzengeiger einer der Pioniere der Präzisionsuhrmacherei in Süddeutschland.

Anders als sein Erbauer befindet sich Butzengeigers Chronometer auch nach zwei Jahrhunderten noch in hervorragendem Zustand; einzig der originale Holzkasten hat etwas gelitten. Das Werk mit dem großen Seitenanker, der experimentellen, bimetallischen Unruh und der konischen, gebläuten Unruhspirale ist ein herausragendes Beispiel für die frühe Zeit des deutschen Chronometerbaus.
#44467
Geh.: gut, Tragespuren
Ziff.: sehr gut, leicht oxidiert
Werk: sehr gut, gangfähig, Reinigung empfohlen


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