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Katalog Nr. 61
100.
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Schätzpreis  160.000 - 200.000 €
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Georges Causard, Horloger du Roy / Hubert Martinet zugeschrieben, Paris und London, Höhe 590 mm

, circa 1770

Äußerst seltene, hochbedeutende Louis XV Bronze-Prunkpendule mit Halbstunden- / Stundenschlag und vier Automaten, signiert Causard H Ger. Du Roy S. La Cour


Geh.: Bronzeguss, feuervergoldet und patiniert, rotes Leder, Email. Ziffbl.: weißes Email, radiale röm. Stunden, radiale arab. Minuten, äußere Fünfminutenteilung, signiert, feuervergoldete, durchbrochen gearbeitete Zeiger. Werk: Messingpendulenwerk, 1 Hammer / 1 Glocke, 2 große Federhäuser, Rollenhemmung, Schlossscheibe, Fadenaufhängung. Automat: Messing/Stahl, Federhaus, Messing-Regulierscheiben, Balusterpfeiler, Rechen- und Stiftensystem für die Bewegungen.

Zahlreiche Beispiele verschiedenster Tierautomaten aus der späten Renaissance zeugen von einer langen Tradition der Automatenherstellung in Europa. Mit dem Rokoko-Geschmack für alles Exotische kamen im frühen 18. Jahrhundert figürliche Darstellungen fremdländischer Tiere als Zeitmesser mit eingebauten Automaten wieder in Mode und fanden vor allem in Frankreich und England großen Anklang. Die eigentliche Beliebtheit für solche Automaten entstand jedoch aus dem wachsenden Handel zwischen Europa und China mit hoch entwickelten und prunkvoll verzierten Uhren. Nicht selten fanden sie ihren Weg in die Kaiserliche Sammlung Chinas.

Die vorliegende Elefantenuhr ist einer der aufwändigsten und raffiniertesten Tierautomaten von überragender Qualität und Ausführung: Das geschickte Farbenspiel der verwendeten vergoldeten und patinierten Materialien erzeugt eine aufregende Lebendigkeit. Der imposante Körper des Elefanten ist aus dunkel patiniertem Bronzeguss, der Sockel, das auf einem Vlies ruhende Uhrengehäuse und die beiden sitzenden Figuren sind vergoldet. Zusätzlich ist das trommelförmige Uhrengehäuse mit seinem runden weißen Zifferblatt aus Email an den Seiten mit rotem, gemaserten Leder belegt und ist verziert mit herabhängenden Quasten.
Oben auf dem Uhrengehäuse sitzt ein traditionell chinesisch gekleideter Mann auf einem mit Quasten verzierten Sitzkissen und hält einen Sonnenschirm in der Hand. Auf dem Kopf des Elefanten sitzt ein Affe mit Dreispitz, in der Hand hält er einen Enterhaken. Seine aufrechte Haltung und sein Blick zeugen von Neugier und Tatendrang. Am beeindruckendsten ist der erstaunlich realistisch gestaltete Elefant mit eingebautem Automatenwerk, dessen Augen aus Email sich von der einen zur anderen Seite bewegen, die Ohren vor und zurück schwingen und der mehrgliedrige Rüssel und Schwanz sich hin und her bewegen, während sich der Rüssel zusätzlich ausdehnt und wieder zusammenzieht. Die gesamte Komposition ruht auf einem für die Louis-XV-Zeit charakteristischen Sockel mit Rokoko Dekor, der einen mit Blättern geschmückten Felsboden simuliert.
Der Dickhäuter ist von besonderer Größe und zeugt in seinen anatomischen Details von präziser Naturtreue. Er scheint aus dem Leben modelliert worden zu sein, denn er kann die Ohren, die Augen, den Schwanz und den Rüssel auf lebensechte Weise bewegen. Dies erfordert ein Automatenwerk von exzellenter Qualität. Für die realistische Bewegung des Rüssels wurde eine Konstruktion entworfen, bei der die Teile im Inneren des Rüssels miteinander verbunden sind.

Ganz ähnlich gestaltete Elefantenautomaten wurden in einer kleinen Serie von Hubert Martinet gefertigt. Ein in der Ausführung und Bewegung nahezu identischer Elefant von Martinot befindet sich in der Sammlung Baron Ferdinand de Rothschild. Dieser prunkvolle Automat ist mit zusätzlichem Musikspielwerk im Boden und sich bewegenden Figuren und Blüten ausgestattet und wurde um 1768-1772 in London gefertigt. Die Ohren, Augäpfel, Schwanz und Rüssel des Elefanten bewegen sich identisch. Gerüchten zufolge wurde er als Geschenk für einen indischen Beamten bestellt. Er wurde mehrmals in London, den Niederlanden und Paris ausgestellt, bevor er in die Sammlung Rothschild kam.
Ein weiterer von Hubert Martinet signierter Elefantenautomat mit nahezu identischem Automatenwerk ist abgebildet und beschrieben in Derek Roberts, "Mystery, Novelty and Fantasy Clocks", 1999, Seite 190, Fig. 15-31 A, B. Zwei weitere befinden sich in der Sammlung Nathan-Rupp im Historischen Museum Basel und im Inventar des Königsschlosses in Warschau.

Obwohl man wenig über Hubert Martinet weiß, ist bekannt, dass er in den 1770er und 1780er Jahren sowohl in London als auch in Paris als Uhrmacher und Uhrenhändler tätig war.
Dass Martinet in Paris gearbeitet hat, wird durch seine Signatur auf einer französischen Kartelluhr bestätigt (illustriert in Tardy, "La Pendule Française", Bd. 1. S. 86). Auch der Herzog von Orléans besaß zwei seiner Uhren im Palais Royal, die 1793 von der Revolutionärregierung beschlagnahmt wurden.

In seinem "Dictionnaire des Horlogers Francais" schreibt Tardy, dass Georges Causard in Audeloncourt geboren wurde. 1770 wurde er Uhrmachermeister und zum "Horloger du Roi suivant la Cour" ernannt. Er lebte noch nach 1789.
#49056
Geh.: sehr gut
Ziff.: sehr gut
Werk: sehr gut, gangfähig, Reinigung empfohlen

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