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Katalog Nr. 51
100.
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Jacques Bruguier à Genève, 940 x 630 x 30 mm, 313 g

, circa 1870

Bedeutender, außergewöhnlicher Singvogelautomat mit Originalschlüssel


Geh.: Schildpatt, Perlmutt, feinst gravierte, dreifarbige Goldintarsien, Goldemail. Automatenwerk: Rechteckformwerk, Vollplatine, Kette/Schnecke, Federhaus, rechteckiger Blasebalg.

Der komplette Automatenkorpus besteht aus kastanienbraunem Schildpatt. Alle Schauseiten sind verziert mit Blütenintarsien aus Rot-, Gelb- und Weißgold, sowie kleinen Perlmuttpünktchen am Rand, die sich mit kleinen goldfarbenen Tupfen abwechseln. Wenn das Werk aufgezogen ist und der Schieber zum Starten des Automaten nach rechts geschoben wird, öffnet sich der mit einer Schweizer Berglandschaft mit Wasserfall und Gehöft feinst bemalte, emaillierte Golddeckel und ein zwitschernder Vogel mit rotierendem Körper, flatternden Flügeln, drehendem Kopf und sich öffnendem Schnabel erhebt sich von einem vergoldeten, durchbrochen gearbeiteten Gitter empor, in dessen Mitte sich die Signaturplakette Jacques Bruguiers befindet. Der Vogel hat ein bunt gefärbtes Gefieder: leuchtend rot, lagunenblau und smaragdgrün, perfekt akzentuiert mit schillernden Glanzlichtern. Das Innere des Golddeckels ist hellblau emailliert und mit einem bunten Blumenbouquet bemalt.
Das hervorragend erhaltene Schildpatt Gehäuse ermöglicht einen besonders schönen Klang. Auf der Rückseite befindet sich ein aufklappbares Schlüsselkompartiment zum Aufbewahren des Originalschlüssels - ein extrem seltener Singvogelautomat von hervorragender Qualität.

Jacques Bruguier (1801-1873) war mit der Tochter des berühmten Singvogeldosenmachers Charles Abraham Bruguier verheiratet. Er hatte eine Werkstatt in der Rue des Pâquis in Genf. Der Familienname läßt darauf schließen, dass eine Verwandtschaft der Familien bestand; Beweise gibt es hierfür jedoch nicht. Die Eltern von Jacques Bruguier waren der Uhrmacher Jean-Abraham Bruguier und seine Frau Rose Lamon und Jacques wurde im Juni 1801 in Genf geboren; Genf war damals französisches Staatsgebiet, da es kurz zuvor von der jungen Republik annektiert worden war. Jean-Abraham zog mit seiner Familie in die Region Ardèche in Frankreich, Jacques kam jedoch später nach Genf zurück. Er begann als Mechaniker für Charles-Abraham Bruguier zu arbeiten und lebte ab etwa 1852 bei ihm in Grand Pré; seine zukünftige Frau Jacqueline arbeitete ebenfalls für ihren Vater indem sie die Walzen für die Spieldosen mit den Stiften versah. Bei der Hochzeit 1853 war Jacques bereits über 50 und Jacqueline fast 40 - trotzdem bekam das Paar 2 Kinder, Jacques Alexandre und Abrahamine Charlotte Françoise. Jacques und Jacqueline Bruguier lebten am Place de la Madeleine 166 von 1853 bis 1861. Jacques Bruguier zog 1869 in die Rue du Cendrier 14 und verstarb am 7. Oktober 1873.
Quelle: "Flights of Fancy", Sharon und Christian Bailly, Verlag Antiquorum 2001, S. 280
#49086
Geh.: sehr gut,
Werk: sehr gut, gangfähig

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