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Nachbericht zu unserer 98. Auktion am 10. November 2018



Ein Museumsstück ersten Ranges kam mit der Katalognummer 91 im restlos gefüllten Saal des Sheraton Hotels am Frankfurter Flughafen zum Aufruf: John Mottrams prächtige Uhr mit Musikautomat, um 1790 für den chinesischen Kaiserhof gefertigt. Eines der aufwändigsten Werke des Londoner Uhrmachers und in absolut perfektem Zustand, war dieses Prunkstück einem chinesischen Sammler am Ende über 530.000 Euro wert.
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#91
Hohe Zuschläge für Werke Londoner Meister erzielten auch weitere Lose: Katalog Nr. 65, Ilberys Goldemailtaschenuhr mit der entzückenden Kinderszene, einst für den chinesischen Markt gebaut, ging nun wieder dorthin für 31.000 Euro, ebenso wie James McCabes historisch interessante Goldemail-Savonnette mit Minutenrepetition [74]. Ehemals im Besitz von Sir John Kirk, Reisebegleiter David Livingstones, geht sie jetzt für 24.200 Euro in den fernen Osten. Überragend eine Miniatur-Goldemail-Spindeltaschenuhr von William Clay [256], die für 115.200 Euro ein Genfer Uhrenmuseum erwarb; der Wert dieser Kostbarkeit liegt hier freilich weniger im Werk als im außergewöhnlichen weißen Gehäuse aus Champlevé-Email, das vermutlich aus Blois in Frankreich stammt.
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#65, 74, 256
Schon um 1600 schuf der bedeutende Augsburger Uhrmacher Martin Zoller eine Monstranzuhr mit Viertelstunden- und Stundenschlag, Kalender, Weckwerk und Mondphase [279]. Nach einer langen Reise um die halbe Welt fand sie nun vierhundert Jahre später zurück in ihre Heimatstadt, wo sie für 125.300 Euro Bestandteil einer bedeutenden Sammlung von Renaissance-Uhren wird.

Gute Zuschläge erzielten einige Kutschenuhren, allen voran Caspar Sackherers museale Friedberger Barock-Uhr [300] für 49.600 Euro und der "Raub der Europa" von Jean François Poncet aus Dresden [301] für 37.200 Euro. Insgesamt waren die Uhren des 17. und 18. Jahrhunderts bei vielen Sammlern sehr begehrt und wechselten für stolze Preise die Besitzer.
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#300, 301, 279
Eine ganze Sammlung von Meßinstrumenten vergangener Jahrhunderte in diesem Katalog stieß auf reges Interesse. Darunter zwei bedeutende Sonnenuhren aus Elfenbein, die mit einer weiteren seltsamerweise alle für jeweils 13.700 Euro verkauft wurden [167,168,172].
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#167, 168, 172
Erwähnt seien noch eine Singvogeldose von Patek Philippe für 44.700 Euro [93] und eine Uhrenschlüsselsammlung von nicht alltäglichem Umfang [89]: Ganze 544 Schlüssel aus den letzten fünf Jahrhunderten, Renaissance- und Schmucksteinschlüssel und solche mit feinstem Meißner Porzellan wurden für gut 62 Euro pro Stück verkauft; macht zusammen - genau - immerhin 33.800 Euro.
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#93, 89
Traditionell begann auch diese Auktion mit der "Glashütter Strecke" und es zeigte sich, dass vor allem Uhren von Lange und Söhne nach wie vor hohe und höchste Preise erzielen. Losnr. 3, eine Savonnette mit Minutenrepetition fand für 28.600 Euro einen neuen Besitzer, die Nr. 54 aus dem früheren Besitz des Chemnitzer Lokomotivenbauers Richard Hartmann wurde für 26.100 Euro verkauft - und kehrt nun in die Chemnitzer Umgebung zurück.
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#3, 54
Deutlich teurer noch die Armbanduhren von Lange und Söhne: Der Flyback-Chronograph [25] erzielte 49.600 Euro, das Tourbillon "Pour le Mérite" mit Kette und Schnecke in limitierter Auflage [26] wurde erst für 122.000 Euro abgegeben.
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#25, 26
Das konnte diesmal auch Patek Philippe nicht mehr toppen: Ein sensationelles "Full Set", eine Nautilus Jumbo mit traumhaftem "Tropical Dial" [96], erzielte 103.000 Euro, zwei weitere Nautilus-Uhren 81.900 Euro [95] und 55.800 Euro [136].
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#96, 95, 136
Weitere Armbanduhren mit hohen Zuschlägen: Breguet "Classique 5717 Hora Mundi" [221] für 42.900 Euro, die astronomische Audemars Piguet [226] für 41.000 Euro und ein ungetragener 50er Jahre Chronograph von Vacheron & Constantin [137] für 45.900 Euro.
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#221, 226, 137
Von Rolex ein "Pre-Daytona"-Chronograph [323] für 62.000 Euro, eine weitere "Pre-Daytona" [342] für 26.100 Euro und die "Oyster Perpetual Date Sea-Dweller Submariner 2000", eine sogenannte "Double Red Sea Dweller" [318], für 35.400 Euro.
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#323, 342, 318
Am Ende noch zwei außergewöhnliche Taschenuhren: Von Derek Pratt wurde um 1980 für Urban Jürgensen ein Minuten-Tourbillon gefertigt, ein Meisterwerk moderner Uhrmacherkunst mit zwei Federhäusern in der Tradition der großen Uhrmacher Breguet, Arnold und Helwig. Der Preis für den Käufer: 80.700 Euro [158]. Und im 19. Jahrhundert baute Joseph Thaddäus Winnerl eines seiner seltenen Beobachtungs-Chronometer [202], das im heute noch perfekten Zustand 57.100 Euro erzielte.
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#158, 202


Unsere nächste Auktion:

99. Auktion

11. Mai 2019

Sheraton Hotel
Frankfurt Flughafen