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Auktionen Dr. Crott 89. Auktion D

295 Hubert Sarton à Liège, Höhe 630 mm, circa 1810 Bedeutender, astronomischer Empire Präzisions-Tischregulator “Régulateur astronomique” mit Tages-, Datums- und Monatsan- zeige, Mondphase und Mondalter, Viertelstunden-/Stundenselbst- schlag und Zentralsekunde Geh.: schwarzer, profilierter, ovaler Marmorsockel auf sechs kreiselför- migen, vergoldeten Messingfüßen. Vergoldetes, toskanisches Säulenpaar als Stütze des Uhrwerks und der Zifferblätter. Späterer trapezförmiger Glasdom. Zffbl.: zentraler röm. Emailziffernring mit radialen röm. Stunden und innerer radialer Datumsanzeige, Zentralsekunde; vergoldete, hochfein gravierte Lunette mit Perlstab-, Palmetten- und Sternendekor; skelettiertes Zentrum für den Blick auf das Schlagwerk; gravierte und durchbrochen gearbeitete, vergoldete Zeiger. Unterhalb zwei Hilfskalen- derringe mit der Anzeige der Monate und der jeweiligen Anzahl der Tage links und die Anzeige der Wochentage mit den Symbolen der jeweiligen Tagesplaneten rechts; hochfein gravierte Lunetten, die Zentren jeweils skelettiert, jeweils 1 gebläuter, schlangenförmig gewellter Zeiger. Oberhalb des Stundenzifferblattes separate polychrome Mondphasenscheibe mit Mondalteranzeige, vergoldete, gravierte Lunette. Werk: trapezoide Messingvollplatine, Präzisionsräderwerk mit “doppelseitiger” Stiften- hemmung. Rechenschlagwerk und Kalender-Räderwerk auf Vorderseite. 2 Federhäuser mit rückwärtig aufgesetzten gebläuten Stahlgesperren. Harrison Typ Rost-Kompensationspendel mit Abfallregulierung und Schneidenaufhängung. Reguliermutter mit herzförmiger Stahl-Arretie- rungsfeder. Außergewöhnliches “holländisches” SchlagWerk: Stunden- schlag mit 1 Hammer auf große Glocke - vergangene Stunde, Viertelschlag mit einem Doppelschlag auf kleine und große Glocke, Halbstundenschlag auf kleine Glocke - zukünftige Stunde, Dreiviertelschlag mit 3 Doppel- schlägen auf 2 Glocken. Hubert Sarton (1748 - 1828) Hubert Sarton lebte in einer geschichtlich bedeutenden Zeit. Beeinflusst von der Epoche der Aufklärung war er ein Vorreiter des Industriezeitalters. Sarton hatte das Glück, in Lüttich aufzuwachsen und zu leben - Lüttich war zu dieser Zeit eines der innovativsten Kunst- und Industriezentren Europas. Über Sarton wird nur wenig berichtet, obwohl sein Beitrag zur Uhrmacherkunst von größter Bedeutung ist. Er erlernte das Handwerk, indem er 1762 bei seinem Onkel Dieudonné Sarton arbeitete, wo er ein beachtliches technisches Geschick bewies. Nachdem er eine vierjährige Lehrzeit bei Pierre Leroy in Paris, dem ältesten Sohn von Julien und Bruder von Jean-Baptiste Leroy, abgeschlossen hatte, kehrte er 1772 als Uhrma- chermeister nach Lüttich zurück. Im Jahr 1778 sandte ihm Jean-Baptiste ein Portrait seines Vaters mit einer Widmung, die zeigt, wie sehr man Sarton bei Leroy geschätzt hatte: “To Mr. Sarton, clockmaker at Liége, in consideration of his zeal for horology, on behalf of M. Leroy fils, director of the Royal Academy of Sciences at Paris, and ‘garde du cabinet de physique du Roi’ at Passy” (Für Mr. Sarton, Uhrmacher in Lüttich, in Anerkennung seiner Verdienste in der Uhrmacherkunst, im Namen von M. Leroy dem Jüngeren, Direktor der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Paris und Bewahrer der königlichen physikalischen Sammlung in Passy). Sarton, der zum Hofuhrmacher des Herzogs Karl Alexander von Lothringen ernannt und Gouverneur und Generalkapitän der österreichischen Niederlande bestellt wurde und dann als “erster Ingenieur” des Fürstbi- schofs Franz Karl von Velbrück angestellt war, genoss die Vorteile einer solch privilegierten Stellung, die seinen Ruf weit über die Provinz von Lüttich hinaus verbreitete. 1783 hatte er außerdem das Bürgeramt eines Kommissars und Kämmerers der Stadt Lüttich inne. Elf Jahre später fielen die Truppen der Französischen Revolution in Lüttich ein und beendeten die österreichische Herrschaft. Es ist schwer einzu- schätzen, welche Konsequenzen dieses Ereignis auf die Laufbahn von Hubert Sarton hatte. Es hat den Anschein, dass er sich von da an auf die Herstellung von Skelettuhren in verschiedensten Ausführungen konzen- trierte. Die Zahl der produzierten Uhren lässt vermuten, dass Sarton eine große Werkstatt mit einer ganzen Anzahl von Angestellten führte - es gibt jedoch keine Unterlagen, die dies entweder bestätigen oder verwerfen könnten. Sarton war berühmt für die Erfindung einer Automatikuhr mit einem Rotor, für deren Konstruktion er 1778 ein Patent bei der franzö- sischen Akademie der Wissenschaften beantragte; er stellte im Laufe seines Arbeitslebens die verschiedensten Zeitmesser her, darunter Louis XV. Wanduhren, Louis XVI. Tischuhren, Tischuhren in Form einer Lyra, Wartesaaluhren, Skelettuhren, Regulatoren - und jede einzelne dieser Uhren beeindruckt durch ihre außergewöhnliche Qualität und ihre Einzig- artigkeit. Als begeisterter Horologe, Ingenieur und Erfinder war Hubert Sarton eine der herausragenden Figuren in der Uhrmacherwelt im Lüttich des späten 18. Jahrhunderts. Er war ein Visionär mit stetigem Interesse an Fortschritt und Weiterentwicklung, dessen beachtliche Laufbahn eine lange Reihe von Erfindungen aufwies. Sarton war ein Meister seines Handwerks - die außerordentliche Qualität und wunderbare Vollendung seiner Arbeiten zeugen noch heute davon. 38538  G: 2 Z: 2 W: 2, 41  65.000 - 75.000 EUR 89.100 - 102.800 USD 689.000 - 795.000 HKD

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