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Auktionen Dr. Crott 89. Auktion D

319 Johann Heinrich Seyffert à Dresden, Werk Nr. 71, Geh. Nr. 437, 59 mm, 214 g, datiert 1800  Bedeutende, schwere, hochfeine, deutsche Präzisionstaschenuhr mit 8-Tage Werk und Antrieb über zwei Federhäuser und zwei Ketten auf eine Schnecke - Diese Uhr fand Erwähnung in der Deutschen Uhrmacherzeitung aus dem Jahre 1935, Ausgabe 49 Geh.: Außengehäuse - Messing/vergoldet, Schildpatt. Innengehäuse - 18Kt Gold, gestuft, glatt, Gehäusemacher-Punzzeichen “PHMI”, signierte Werkschutzkappe. Zffbl.: Email, arab. Zahlen, zentrale Datumsanzeige, feinst verzierte Goldzeiger. Werk: Vollplatinenwerk, Schlüsselaufzug, gekörnt, vergoldet, signiert, 2 Federhäuser / 2 Ketten / 1 Schnecke, massive Pfeiler, Zylinderhemmung, dreiarmige Stahlunruh, schlanker Unruhkloben, gravierte Regulierskala, chatonierter Diamantdeckstein auf Unruh. Seyffert Nr. 71 Diese bedeutende Uhr ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Zuerst könnte man den herausragenden Erhaltungszustand dieser Uhr erwähnen. Aber vor allem den Antrieb über zwei Federhäuser und zwei Ketten auf eine Schnecke, welcher uns bislang nur von einer weiteren Uhr bekannt ist, nämlich der Präzisions-Reisependeluhr Nr. 2, datiert 1801 von Johann Heinrich Seyffert. Reinhard Meis beschreibt diese Uhr in seinem Buch “100 Jahre Uhrenindustrie in Glashütte von 1845-1945” auf Seite 30ff. Er merkt hierzu an, dass das zweite Federhaus wahrscheinlich eine spätere Ergänzung sei. Diese Annahme kann dahingehend widerlegt werden, dass Seyffert schon ein Jahr zuvor diese Taschenuhr mit identischem Antrieb gefertigt hat und diese mehr als wahrscheinlich als Vorlage für seine berühmte Präzisions-Reisependeluhr verwendet hat. Johann Heinrich Seyffert (1751-1817) Er war zu seiner Zeit wohl der bedeutendste Uhrmacher Sachsens, obwohl er vermutlich keine Meisterprüfung ablegte. Nach dem Tod seines Vorgängers Köhler wurde Seyffert Anfang 1801 Inspektor des Mathematisch-Physikalischen Salons. Seyffert gilt als “heimlicher und unernannter” Hofuhrmacher König Friedrich August I., welcher auch verhinderte, dass die Dresdener Kleinuhrmacherinnung ihn wegen seines mangelnden Ausbildungsnachweises die Ausübung des Handwerks unter- sagten. Seyffert verkaufte die meisten seiner Uhren an die königliche Familie, Wissenschaftler und Forscher. So verkaufte er beispielsweise einen bedeutenden Taschenchronometer von bemerkenswerter Ganggenauigkeit an Alexander von Humboldt. Quelle: Reinhard Meis “A. Lange & Söhne”, München 1997, Seite 18ff. Provenienz: Deutsche Sammlung, zusammengetragen in der 1920er und 1930er Jahren 38041  G: 2 Z: 2 W: 2, 41  45.000 - 65.000 EUR 61.700 - 89.100 USD 477.000 - 689.000 HKD

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