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Auktionen Dr. Crott 89. Auktion D

370 Robert Allam, London, Werk Nr. 1628, 48 mm, 108 g, circa 1775 Hochfeine Goldemail Doppelgehäuse-Spindeltaschenuhr mit korre- spondierendem Goldemail Chatelaine und hochfeinen Grisaille Malereien in der Art George Michael Mosers und Augustin Toussaints Geh.: Außengehäuse - 18Kt Gold, der Rand auf der Vorder- und Rückseite mit stilisierten Champlevé Blüten in weiß und gold auf transluzid kobalt- blauem Grund, die Rückseite mit weiß und blau emaillierten Festons, im Zentrum eine ovale Emailplakette mit klassizistischer Szene “en grisaille” auf braunem Grund: Venus, die römische Göttin der Liebe und eine Nymphe mit zwei Tauben an einem blumengeschmückten Altar. Innen- gehäuse - 18Kt Gold, glatt, Gehäusemacher-Punzzeichen “PM”, signierte und nummerierte Werkschutzkappe. Korrespondierendes Chatelaine mit vier Emailmedaillons: oben hochovales Medaillon mit der Darstellung der Abundantia, der göttlichen Personifikation des Überflusses mit Füllhorn; darunter im Queroval ein geflügelter Putto mit zwei Tauben spielend; ein weiteres hochovales Medaillon mit Kriegsgerät, darunter eine Vasengefäß. Zffbl.: Email, radiale röm. Stunden, Pfeil-Goldzeiger. Werk: Vollplati- nenwerk, Schlüsselaufzug, feuervergoldet, aufgelegte floral gravierte Zierelemente, signiert, Kette/Schnecke, goldenes Räderwerk, baluster- förmige Werkspfeiler, dreiarmige Stahlunruh, feinst floral gravierte, durchbrochen gearbeitete Unruhbrücke mit Maskaron, großer chatonierter Diamantdeckstein. Die neoklassizistische Grisaille-Technik auf braunem Emailgrund war im London des späten 18. Jhdts. besonders beliebt. Robert Allam Allam arbeitete als Uhrmacher in der Zeit zwischen 1742 - 1765 in London und war in dieser Zeit Mitglied der Clockmaker’s Company. Augustin Toussaint Louis Toussaint war Juwelier und Emailleur in London. Sein Sohn Augustin trat 1768 die Lehre als Emailmaler bei dem berühmten Emailleur und Ziseleur George Michael Moser an (gegen die enorme Gebühr von 200 Guineen). Augustin Toussaints Arbeiten wurden von 1775 bis 1788 in der könig- lichen Akademie ausgestellt und sind unter anderem auf Uhren mit der Signatur “Emery” zu finden. George Michael Moser (1706 - 1783) George Michael Moser wurde am 17. Januar 1706 in Schaffhausen geboren. Er erlernte die Kunst des Punzierens und Vergoldens von seinem Vater Michael, einem Kupferschmied. Moser zog 1726 nach London, um für den Goldschmied und Punzierer John Valentine Haidt zu arbeiten. Ab 1737 arbeitete er selbständig in den Craven Buildings nahe Drury Lane; neben seinen Punzierarbeiten stellte er auch feine Emaillegehäuse her, von denen nur noch etwa 20 erhalten sind. Moser entwarf das Großsiegel von Georg III. und malte für Königin Charlotte Emailleportraits ihrer Kinder. In den 1740er Jahren wurde Moser zu einer angesehenen Persönlichkeit an der St Martins Lane Academy; im Jahr 1769 wurde er zum ersten Keeper der Royal Academy ernannt. Die von ihm geschaffenen Repoussé-Arbeiten gehören zu den höchstwertigen seiner Zeit. Moser arbeitete mindestens bis in die späten 1770er Jahre und war bis an sein Lebensende für die Royal Academy tätig. In seiner Ausgabe vom 30. Januar 1783 schrieb das Gentleman’s Magazine, dass Moser “in einem prachtvollen Beerdigungszug zu Grabe getragen wurde, an dem herausragende Künstler mit Sir Joshua Reynolds an ihrer Spitze teilnahmen, unter anderem Sir William Chambers. Neben zehn Trauerkutschen waren auch zwei Herrenkutschen Teil des Trauer- zuges.” In “The Art of the Gold Chaser in Eighteenth-Century London” widmet Richard Edgcumbe dem Werk Mosers mehr als 40 Seiten Text und zahlreiche Illustrationen. 38051  G: 2, 33 Z: 2 W: 2, 41, 51  7.000 - 9.000 EUR 9.600 - 12.400 USD 74.200 - 95.400 HKD

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