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Auktionen Dr. Crott 89. Auktion D

511 Stephen Rimbault, London / Johann Zoffany, Höhe 350 mm, circa 1765 Bedeutende Prunkpendule mit Stundenselbstschlag und Musik- spielwerk. Das Zifferblatt ist dem deutschen Hofmaler des britischen Königshauses Johann Zoffany (1733-1810) zuzuschreiben. Geh.: feuervergoldete Bronze, Boule-Gehäuse auf vier mit Blüten verzi- erten Volutenfüßen auf einer grünen Marmorplinthe mit konkaven Ecken und Hundeappliken stehend. Profilierte, rote Marmorbasis. Das Mittelteil des trommelförmigen Gehäuses ist durchbrochen gearbeitet, netzartig mit versilbertem Blütengitter verziert und hinterlegt mit rotem Seiden- stoff. Oberteil dekoriert mit vollplastisch gearbeiteten Urnen, Blüten und Eichhörnchen, zu den Seiten Volutengriffe mit Blattdekor, Bekrönung durch Bouquet aus ein Früchten und Blumen. Zffbl.: Email, radiale röm. Stunden, im Zentrum hochfeine, opak polychrome Miniaturmalerei einer alttestamentarischen Szene: “Abigail vor König David”, gebläute Louis-XV- Zeiger. Werk: rundes, mit Rankwerk graviertes Messing-Vollplatinenwerk, 3 x Kette/Schnecke für Schlag, Musik- und Gehwerk, abwechselnd zu jeder vollen Stunde eine von zwei Melodien spielendes Musikspielwerk mit 12 Hämmern auf 8 Glocken und Stiftenwalze, zusätzlicher Hammer und Glocke für Stundenschlagwerk, Spindelhemmung, Kurzpendel. Stephen Rimbault Stephen Rimbault (tätig 1744-88) war ein berühmter Uhrmacher hugenottischer Abstammung; er war besonders bekannt für seine sogenannten ‘twelve-tuned Dutchmen’-Uhren, die zwölf verschiedene Melodien spielten, während sich Figuren vor einem verzierten Hintergrund bewegten. Er arbeitete in der Great Andrew’s Street in St Giles. Johann Zoffany Die Miniaturmalerei auf dem Zifferblatt ist dem deutschen Maler Johann Zoffany zuzuschreiben und ist in ihrem Stil inspiriert von den Galanterien von Nicolas Lancret (1690 - 1743) oder Jean-Antoine Watteaus (1684 - 1721). Johann Zoffany (1733-1810) war einer der berühmtesten Persönlichkeiten der britischen Kunst des 18. Jahrhunderts, insbesondere als Portraitmaler der königlichen Familie. Er wurde in Frankfurt/Main geboren, als Sohn eines aus Böhmen stammenden und bei den Fürsten von Thurn und Taxis in Frankfurt/Main tätigen Hofbaumeisters. Zoffany war Schüler von Francesco Solimena und studierte später in Italien. 1761 ging er mit 27 Jahren nach London. Dort wurde er der Schützling des berühmten Schauspielers David Garrick und malte überwiegend Theaterszenen. Garrick stellte Zoffany den damaligen König George III. vor, der ihm die Aufträge erteilte, seine Familie zu malen. Zoffany nahm die Form des Konversationsbildes auf und erlangte dadurch die Gunst des Königs, welcher ihn 1769 für die königliche Kunstakademie, die im gleichen Jahr eröffnet wurde, nominierte. In den 1770er Jahren, als der König einen Auftrag an ihn zurücknahm, weil er Bürgerliche in das Gemälde integrierte, zog er nach Italien. Er lebte den größten Teil in Florenz. 1783 zog er nach Kalkutta und hatte dort großen Erfolg. 1789 kehrte er als reicher Mann nach London zurück, schaffte es aber nicht an seinen Erfolg von damals anzuknüpfen.

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